Mit Kind ins Referendariat

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Das Referendariat mit einem oder mehreren Kindern erfolgreich zu absolvieren, ist eine besondere Herausforderung. Vielleicht fragst du dich auch, wie und ob das überhaupt zu schaffen ist. Schließlich ist das Referendariat an sich schon eine sehr fordernde und intensive Phase in der Laufbahn als Lehrer*in. In diesem Beitrag erfährst du nützliche Tipps und Hinweise, wie du das Referendariat mit Kind erfolgreich meisterst.

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Ablauf des Referendariats mit Kind

Für den Ablauf des Referendariats mit Kind gibt es verschiedene Möglichkeiten. Schließlich hängt es davon ab, ob du bereits ein Kind hast und in welchem Alter dieses ist. Oder ob du ein Kind erwartest, um das du dich in den ersten Monaten noch sehr intensiv kümmern musst.

Mutterschutz

Grundsätzlich hast du als Frau nach der Geburt deines Kindes in den ersten acht Wochen den verpflichtenden Mutterschutz. In dieser Zeit sowie in den sechs Wochen vor der Geburt bist du finanziell mit der Unterhaltsbeihilfe abgesichert. Im verpflichtenden Mutterschutz von acht Wochen ist es nicht erlaubt, Prüfungen abzulegen. In den sechs Wochen vor der Geburt kannst du allerdings mit einer ausdrücklichen Erklärung wichtige Prüfungen ablegen. Die Fortsetzung der Tätigkeit nach dem Mutterschutz – bzw. der darauffolgenden Elternzeit – erfolgt dann in der Regel an der bisherigen Einsatzschule sowie dem entsprechenden Studienseminar.

Elternzeit

Nach dem Mutterschutz folgt für die Erziehenden meist die Elternzeit. Hier ist es so geregelt, dass es für Eltern die Möglichkeit gibt, die Elternzeit pro Kind und bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres in Anspruch zu nehmen. In dieser Zeit ist es auch nicht möglich, als Lehramtsanwärter*in ohne deine ausdrückliche Zustimmung entlassen zu werden. Zwar besteht der Anspruch auf Beihilfe weiterhin, jedoch entfällt der Anspruch auf Fortzahlung der Anwärter*innenbezüge. Zu beachten ist hier, dass ein schriftlicher Antrag auf Elternzeit bis sieben Wochen vor der Elternzeit gestellt werden muss. Zudem muss die Schulleitung in der Einsatzschule informiert werden.

Ein Referendariat mit Kind – Organisation als Grundvoraussetzung

Bei einem Referendariat mit Kind ist gute Organisation das A und O. Da der Tag nicht mehr als 24 Stunden hat, musst du versuchen, deine Zeit möglichst effizient und effektiv einzuteilen. Nur so ist es möglich, Zeit für dein Kind, Zeit für das Referendariat und Zeit für dich selbst zu schaffen.

Zeitplanung

Zunächst einmal ist es wichtig, alle möglichen Zeitfresser aus dem Weg zu schaffen. Vor allem das Surfen im Internet oder auf sozialen Medien, aber auch das Fernsehen am Abend zählt dazu. Hilfreich kann es hier sein, dir für einen bestimmten Zeitraum zu notieren, wie viel Zeit du am Tag mit diesen Tätigkeiten verbringst. Wenn du diese Zeit bereits minimiert hast, ist es wichtig dir einen Überblick über deine täglichen Aufgaben zu verschaffen. Hier zeigen wir dir ein paar Methoden und Beispiele, mit denen du deine Zeitplanung verbessern kannst:

Die Eisenhower-Matrix

Die Eisenhower-Matrix ist mehr als eine herkömmliche To-do-Liste. Entscheidend ist es hier, alle deine To-dos nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu ordnen.

  • Wichtigkeit ist die schwerwiegende Bedeutung eines Gegenstandes oder Handelns oder aber ein bedeutsamer Gegenstand oder ein bedeutsames Handeln selbst. (Wikipedia)
  • Dringlichkeit ist die Notwendigkeit, kurzfristig zu handeln. Die Dringlichkeit kann aus einer subjektiven Einschätzung folgen oder auf objektiven Gegebenheiten beruhen. (Wikipedia)

Beispiel der Eisenhower-Matrix-Methode

Mit Hilfe der Eisenhower-Matrix kannst du es vermeiden, dass Tätigkeiten mit hoher Priorität am Ende des Tages unter den Tisch fallen. Auch feste Morgen- und Abendroutinen können hier helfen.

Das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip besagt, dass du mit 20 Prozent des Aufwandes bereits 80 Prozent des Ergebnisses erreichen kannst. Wichtig ist bei dieser Methode also, herauszufinden, auf welche 20 Prozent du besonders achten solltest. Überlege dir daher, bevor du eine Aufgabe startest: Was sind die wichtigsten 20 Prozent, die mich auf dem direkten Weg zum Ergebnis bringen?

Die Pomodoro-Technik

Die Pomodoro-Technik ist eine Methode, mit der du eine gute Balance zwischen der Abarbeitung von Aufgaben und Pausen zur Erholung schaffen kannst. Zur Umsetzung der Pomodoro-Technik gehst du wie folgt vor:

Schreib alle Aufgaben auf, die du im kommenden Block erledigen möchtest.

  1. Formuliere deine Aufgaben schriftlich und sortiere diese.
  2. Stelle einen Timer auf 25 Minuten.
  3. Arbeite während diesen 25 Minuten konzentriert und fokussiert an der Aufgabe.
  4. Wenn der Timer klingelt, mach ein Kreuz neben der Aufgabe.
  5. Mache dann genau fünf Minuten Pause.
  6. Mache 20-30 Minuten Pause nach vier Pomodori (4 Kreuze).

Das Parkinsonsche Gesetz

Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass sich die Bearbeitungsdauer einer Aufgabe immer danach richtet, wie viel Zeit dir zur Verfügung steht. Um die Bearbeitung von Aufgaben also nicht unnötig in die Länge zu ziehen, ist es sinnvoll, dass du dir immer ein Zeitlimit setzt und versuchst, dieses einzuhalten. Hier kannst du dir auch gerne ein “sportliches” Ziel setzen, solange es nicht unrealistisch ist.

Struktur im Arbeitsalltag

Methoden wie das “Pareto-Prinzip” helfen dir dabei, innerhalb eines bestimmten Zeitfensters effektiv voranzukommen. Beim Referendariat als Elternteil ist der Rahmen, also die grobe Planung deines Tagesablaufs, natürlich ebenso essenziell. Hier solltest du in jedem Fall feste Zeiten für dein Kind schaffen. Aber auch die Arbeiten für die Schulthemen und private Zeiten für dich und deine*n Partner*in sollten in deine Struktur eingeplant sein. Gerade wenn das Zuhause auch gleichzeitig zum Büro wird, solltest du darauf achten, dass Schule und Privates nicht zu sehr vermischt werden. So kannst du zusätzlichen Stress langfristig vermeiden.

Pausen und Zeiten für Erholung

Auch wenn das Referendariat als Elternteil eine zeitliche Herausforderung ist, solltest du Pausen und Erholungszeiten nicht vernachlässigen. Nur wenn du fit und ausgeruht bist, kannst du dich voll auf dein Kind und die Themen im Referendariat konzentrieren. Deswegen ist es wichtig, den Akku regelmäßig wieder aufzuladen. Hier kann schon eine kleine Sporteinheit oder ein Powernap am Nachmittag helfen. Aber auch Treffen mit Freund*innen oder das Lesen in einem guten Buch helfen dir, die Energiereserven wieder aufzuladen.

Weitere nützliche Tipps für das Referendariat mit Kind

Das Referendariat als Mutter/Vater mit einem Kleinkind erfolgreich zu meistern, ist eine Herausforderung. Einige nützliche Tipps, wie es für dich trotzdem möglich ist, hast du bereits erfahren. Hier gibt es noch einige weitere Tipps, die du kennen solltest.

Finanzielle Absicherung

Finanziell kannst du dich im Referendariat mit Kind ähnlich wie im Studium mit Kind über verschiedene Wege absichern. Grundsätzlich gibt es das Elterngeld und das Kindergeld. Der Familienzuschlag ist hier ebenfalls zu erwähnen. Für das Thema Elterngeld solltest du dir ausreichend Zeit nehmen. Der Antrag ist etwas umfangreicher und du musst in der Regel viele Unterlagen, wie zum Beispiel Arbeitgeberbescheinigungen, Bescheinigung der Krankenkasse oder die Geburtsurkunde des Kindes einreichen. Auch bezüglich des Kindergeldes solltest du dich rechtzeitig informieren. Die Beantragung erfolgt hier in der Regel über die zuständige Behörde und nicht bei der sonst üblichen Familienkasse. Der Familienzuschlag kann für Referendar*innen beantragt werden. Aber auch hier müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Der Familienzuschlag setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem Familienzuschlag Stufe 1 sowie dem Ortszuschlag Stufe 2. Anspruch auf den Familienzuschlag hast du jedoch nur bei der Ausübung deiner Tätigkeit, also nicht, wenn du in Elternzeit bist.

Personen zur Unterstützung

Außerdem solltest du dir Gedanken machen, ob es nicht sinnvoll ist, weitere Personen aus deinem direkten Umfeld um Unterstützung zu bitten. Solche Personen sind für Eltern im Referendariat Gold wert. Das können gute Freund*innen, der/die Partner*in oder auch die Eltern sein. Falls diese Situation nicht gegeben ist, kannst du dir auch überlegen, eine*n vertrauensvolle*n Babysitter*in oder eine Tagesmutter mit ins Boot zu holen.

Referendariat mit Kind – das Fazit

Das Referendariat mit einem oder sogar mehreren Kindern erfolgreich zu meistern, ist auf jeden Fall eine Hürde, aber kein Hindernis - sowohl zeitlich als auch physisch und psychisch. Es gibt aber einige Möglichkeiten, um die Zeit für dein Kind, die Arbeit für das Referendariat und auch deine persönliche Zeit für deine*n Partner*in oder für Erholung unter einen Hut zu bringen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass du gut organisiert bist. Hierzu zählt eine möglichst genaue Zeitplanung, eine feste Struktur im Alltag sowie regelmäßige Zeiten für Erholung. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, dich in dieser Phase finanziell abzusichern.

Hier findest du weitere Informationen zur Teilzeitbeschäftigung im Vorbereitungsdienst.

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