#Tipps

Mobbing an der Schule

Uhr

Du kennst es bestimmt aus deiner eigenen Schulzeit: Mobbing an der Schule. Hefte werden zerrissen, Kinder werden ausgelacht oder von anderen geĂ€rgert. Mobbing gab es frĂŒher, gibt es heute und wird es leider auch in der Zukunft geben. Aber nicht nur SchĂŒler*innen erfahren Mobbing von ihren Klassenkamerad*innen, sondern oftmals erfahren LehrkrĂ€fte Mobbing von Kolleg*innen oder aber auch SchĂŒler*innen. In diesem Artikel verraten wir dir, was du gegen Mobbing an der Schule tun kannst. Egal, ob es gegen dich, Kolleg*innen oder SchĂŒler*innen gerichtet ist. Denn bei Mobbing gilt: Niemals wegsehen

©Pixabay / Wokandapix

Was ist Mobbing eigentlich genau?

Unter Mobbing versteht man das Schikanieren, QuÀlen sowie Verletzen einer Person durch eine Gruppe oder eine Einzelperson. Mobbing geschieht in unterschiedlichen Formen:

  • in Form von physischer Gewalt
  • mit Worten (psychische Gewalt)
  • Missachtung

Mobbing ist keine einmalige Angelegenheit, sondern wird von ihren Verursacher*innen regelmĂ€ĂŸig und wiederholt ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum ausgeĂŒbt.

Direktes vs. indirektes Mobbing

GrundsÀtzlich unterscheiden wir zwischen zwei Hauptformen des Mobbings: direktem und indirektem Mobbing. Beim direkten Mobbing werden Kinder oft verbal fertig gemacht, z. B. durch HÀnseln, Beschimpfen oder lÀcherlich machen. Eine andere Form des direkten Mobbings ist körperliche Gewalt wie beispielsweise Schubsen, Festhalten oder Schlagen.

Beim indirekten Mobbing hingegen wird die Person nicht verbal oder körperlich angegriffen, sondern beispielsweise ausgegrenzt oder ignoriert. Oftmals wird auch das Eigentum der Opfer beschĂ€digt oder weggenommen. Unter SchĂŒler*innen werden z. B. Stifte entnommen, Hefte zerrissen oder die Kleidung versteckt.

Eine weitere, moderne Form des Mobbings ist das Cybermobbing, also das Mobbing im Netz mithilfe der Neuen Medien. Unter Cybermobbing versteht man also das Beleidigen, Schikanieren und Bloßstellen einer Person im Internet. Der Unterschied zum direkten Mobbing ist hier, dass der/die TĂ€ter*in oftmals unerkannt beziehungsweise anonym bleiben kann. Diese Form des Mobbings hat sich durch die sozialen Medien in den letzten Jahren extrem verstĂ€rkt.

Abbildung 1: Direktes vs. indirektes Mobbing

Welche Ursachen gibt es fĂŒr Mobbing

Es gibt zahlreiche Motive fĂŒr Mobbing, die sowohl auf Jugendliche als auch Erwachsene zutreffen. Neid ist eine der Hauptursachen fĂŒr Mobbing, die bei allen Altersgruppen eine Rolle spielt. Damit versuchen die TĂ€ter*innen das SelbstwertgefĂŒhl des Opfers zu verringern und ihr eigenes zu stĂ€rken. Gerade in der Schule werden oft SchĂŒler*innen, die von der Norm abweichen, ausgegrenzt und schikaniert. Grund dafĂŒr kann z. B. die Herkunft, Sprache, Religion, Kleidung oder das Aussehen des SchĂŒlers oder der SchĂŒlerin sein. Wer „anders“ ist und sich dadurch von der Gruppe unterscheidet, kann leicht zum Mobbing-Opfer werden. Auch SchĂŒler*innen, die beispielsweise erst spĂ€ter zur Klassengemeinschaft dazustoßen, könnten zum Mobbing-Opfer werden.

Welche Folgen kann Mobbing haben?

Mobbing-Opfer leiden hĂ€ufig unter körperlichen und seelischen Beschwerden. Diese können sich in Form von Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen sowie NervositĂ€t Ă€ußern. Außerdem haben Mobbing-Opfer aufgrund der Schikanen ein geringeres SelbstwertgefĂŒhl und Selbstbewusstsein, fĂŒhlen sich oft einsam und ziehen sich immer weiter in die Isolation zurĂŒck. Dies kann sich negativ auf die Entwicklung des Charakters auswirken und ist zudem sehr gefĂ€hrlich. Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden heutzutage unter Depressionen.

Mobbing unter SchĂŒler*innen – Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn man als Lehrperson Mobbing unter SchĂŒler*innen bemerkt, gilt es, sich richtig zu verhalten. Leider findet Mobbing aber viel zu oft im Verborgenen statt und Lehrpersonen oder Eltern bekommen es oft ĂŒber viel zu lange Zeit nicht mit. Wenn man Mobbing unter SchĂŒler*innen vermutet oder mitbekommt, gilt eines: Auf keinen Fall wegsehen, sondern handeln! Als Lehrperson sollte man auf die Warnzeichen achten, wie beispielsweise, wenn sich ein/e SchĂŒler*in immer mehr in sich zurĂŒckzieht oder die schulischen Leistungen enorm sinken. Dann sollte man ein GesprĂ€ch mit besagter/besagtem SchĂŒler*in suchen. Wie reagiere ich als Lehrperson aber richtig? Das Vermitteln von sozialen FĂ€higkeiten, das Verhalten in der Gruppe und KonfliktbewĂ€ltigung sind hier am wichtigsten. Damit kann man Mobbing vorbeugen und deutlich reduzieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Mediatoren, die zur KonfliktbewĂ€ltigung an Schulen eingesetzt werden.

Abbildung 2: Verhalten beim Mobbing an der Schule

Mobbing im Lehrerzimmer

Mobbing findet aber nicht nur im Klassenzimmer unter SchĂŒler*innen, sondern leider oftmals auch im Lehrerzimmer unter Kolleg*innen statt. Mobbing unter Erwachsenen sieht natĂŒrlich etwas anders aus und Ă€ußert sich nicht durch physische Gewalt, sondern zum Beispiel durch Zynismen, ambivalente Äußerungen oder Verbreiten von GerĂŒchten, ist aber eine genauso ernste Sache wie Mobbing unter SchĂŒler*innen.

Was kann ich tun, wenn Kolleg*innen gemobbt werden?

Auch hier gilt die Devise: Nicht stumm bleiben! Wenn dir auffĂ€llt, dass andere Personen des Lehrkörpers es auf eine*n Kolleg*in abgesehen haben, suche am besten das GesprĂ€ch mit dem/der Kolleg*in unter vier Augen. Er/Sie ist dir dafĂŒr sicher dankbar und fĂŒhlt sich nicht allein in der Situation. Gemeinsam könnt ihr dann ĂŒber das weitere Vorgehen sprechen, denn Mobbing darf nie toleriert werden!

Was kann ich tun, wenn ich selbst von Mobbing betroffen bin?

Wenn du als Lehrperson selbst von Mobbing betroffen bist, solltest du dich unbedingt an die Schulleitung wenden. Du kannst aber erst gerne mit einer/einem vertrauten Kolleg*in sprechen. Des Weiteren stehen dir hierfĂŒr auch der Personalrat oder der schulpsychologische Dienst zur VerfĂŒgung. Es zĂ€hlt als Aufgabe der Schulleitung, prĂ€ventiv gegen Mobbing vorzugehen und ein respektvolles Arbeitsklima zu schaffen. Hier ist es besonders wichtig, Mobbing nicht einfach so ĂŒber sich ergehen zu lassen. Oftmals passiert Mobbing im Lehrerzimmer, wenn eine neue Lehrkraft in ein altes, eingespieltes Lehrer*innenteam eintritt. Wenn man von Kolleg*innen gemobbt wird, sollte man auch schnell handeln und nicht warten, bis man am Ende seiner KrĂ€fte ist!

Mobbing zwischen SchĂŒler*innen und LehrkrĂ€ften

Zuletzt gibt es auch noch eine weitere Form des Mobbings, und zwar die zwischen SchĂŒler*innen und Lehrer*innen. Dies kann entweder bedeuten, dass ein*e SchĂŒler*in von einer Lehrperson gemobbt wird oder aber auch, dass eine Lehrkraft von SchĂŒler*innen gemobbt wird. Auch hier gilt: das Problem zu thematisieren und nicht totzuschweigen. Auch hier hilft ein GesprĂ€ch mit dem/der Betroffenen, der Schulleitung oder einer dritten Instanz wie beispielsweise Mediatoren. Wichtig bei Mobbing ist, die Ursache des Problems zu bekĂ€mpfen und anschließend prĂ€ventive Maßnahmen gegen Mobbing einzusetzen.

Was kann ich prÀventiv gegen Mobbing unternehmen?

Es gibt einiges, das du tun kannst, um als Lehrer*in Mobbing an deiner Schule und in deiner Klasse vorzubeugen. In erster Linie solltest du darauf Acht geben, von Anfang an fĂŒr deine SchĂŒler*innen eine mobbingfreie AtmosphĂ€re im Klassenraum zu schaffen. Dazu gehört, dass du jenes Thema möglichst frĂŒh und dann regelmĂ€ĂŸig ansprichst. Schon in den ersten Stunden mit deiner neuen Klasse solltest du ein gemeinsames GesprĂ€ch zu dem Thema suchen.

Beschließt zu Beginn eines Schuljahres, welche LernatmosphĂ€re ihr zusammen erschaffen wollt und haltet gleich ein paar Faustregeln (keine physische Gewalt, andere ausreden lassen, IdentitĂ€ten respektieren etc.) fest. Diese kannst du dann entweder in den LernbĂŒchern jedes*r SchĂŒler*in festhalten oder als Plakat an die Wand hĂ€ngen. Dann kannst du dir mit deinen SchĂŒler*innen z. B. jede Woche Zeit fĂŒr eine große GesprĂ€chsrunde nehmen, in der ihr gemeinsam besprecht, wo es gerade hakt, aber auch, was gerade gut lĂ€uft. Hier kannst du deine SchĂŒler*innen stets ermuntern, fĂŒr andere einzustehen, kannst sie fĂŒr das Thema sensibilisieren oder sich im Zweifel einer Lehrkraft anzuvertrauen.

Auch kannst du prĂ€ventive Maßnahmen direkt in den Unterricht einbauen. Achte z. B. bei Gruppenarbeit darauf, dass nicht immer dieselben SchĂŒler*innen eine Gruppe bilden. Wenn sie mit anderen MitschĂŒler*innen in BerĂŒhrung kommen, mit denen sie sonst nicht so viel interagieren, stĂ€rkt dies das VerstĂ€ndnis untereinander und kann Mobbing vorbeugen. VerĂ€ndere auch regelmĂ€ĂŸig die Sitzordnung, um einer solchen Gruppenbildung vorzubeugen.

Fazit zu Mobbing an der Schule

Mobbing – egal ob direktes oder indirektes Mobbing – findet leider immer noch viel zu hĂ€ufig statt, unter SchĂŒler*innen als auch Kolleg*innen. Bekommt man als Lehrperson mit, dass SchĂŒler*innen gemobbt werden, heißt es handeln und nicht wegsehen! Ist man selbst als Opfer von Mobbing betroffen, sollte man sich unbedingt an die Schulleitung oder eine höhere Instanz wenden. Mobbing ist NIE in Ordnung und passiert nicht einfach so, sondern wird immer verursacht. Am besten sollten PrĂ€ventivmaßnahmen gegen Mobbing getroffen werden: Hierzu zĂ€hlen z. B. ein gutes Betriebs- und Arbeitsklima und eine gute Personalentwicklung.

Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare. Mach den Anfang! ;)