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Pisa-Studie 2025: Schülerleistungen in Deutschland auf historischem Tiefstand

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 liegen vor und zeichnen erneut ein ernüchterndes Bild. Die am 8. September 2026 von der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) veröffentlichte Schulleistungsstudie zeigt, dass sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fortsetzt: Die Leistungen von Schüler*innen in Deutschland haben einen historischen Tiefstand erreicht.

Wir geben dir einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 und werfen einen Blick auf die Reaktionen aus Politik und Bildung.

Schüler*innen im Klassenraum

Ergebnisse der PISA-Studie 2025 in Deutschland

In ganz Deutschland spricht man vom „PISA-Schock“. Und die Ergebnisse sind tatsächlich alarmierend: Seit Beginn der weltweiten PISA-Untersuchungen haben die Jugendlichen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften noch nie so schlecht abgeschnitten.

Doch Deutschland steht mit dieser Entwicklung nicht allein da. Auch in vielen anderen Ländern sind die Leistungen gesunken. Ein genauer Blick auf die Zahlen hilft, die Ergebnisse besser einzuordnen.

Deutsche Schüler*innen erzielen die historisch schlechtesten PISA-Ergebnisse

Für die PISA-Studie 2025 wurden mehr als 760.000 15-Jährige aus 91 Ländern und Volkswirtschaften getestet. In Deutschland nahmen 6.659 Jugendliche an 246 weiterführenden Schulen teil.

Die Ergebnisse bestätigen den Abwärtstrend der vergangenen Jahre. In Mathematik und Lesen sind die Leistungen seit 2022 erneut gesunken. In den Naturwissenschaften bleiben sie dagegen weitgehend stabil.

Trotzdem liegen die Ergebnisse 2025 in allen drei Bereichen auf dem niedrigsten Stand, der für Deutschland bisher bei PISA gemessen wurde:

  • Naturwissenschaften: 486 Punkte (2022: 492 Punkte)
  • Lesen: 465 Punkte (2022: 480 Punkte)
  • Mathematik: 464 Punkte (2022: 475 Punkte)
Deutsche Schüler*innen bei PISA-Studien

Abbildung 1: Leistungstrend: Deutsche Schüler*innen bei PISA-Studien (eigene Darstellung, Daten: OECD 2026)

Ein Drittel erreicht das Mindestniveau nicht

Besonders auffällig sind die Ergebnisse beim Blick auf die Basiskompetenzen. PISA unterscheidet verschiedene Kompetenzstufen. Stufe 2 gilt als Mindestniveau, das Jugendliche erreichen sollten.

Hinweis: Wer Kompetenzstufe 2 erreicht, beherrscht wichtige Grundlagen und kann sein Wissen nutzen, um einfache Problemstellungen zu lösen. Unterhalb dieser Stufe fehlen wichtige Fähigkeiten, die für den weiteren Lernprozess und die berufliche Zukunft wichtig sind.

Besonders groß ist der Anteil unter dem Mindestniveau in Mathematik. 34 Prozent der Jugendlichen erreichen Kompetenzstufe 2 nicht. Die übrigen 66 Prozent können grundlegende mathematische Zusammenhänge erkennen und auf einfache Situationen übertragen, zum Beispiel verschiedene Strecken miteinander vergleichen oder Preise in eine andere Währung umrechnen.

Auch beim Lesen bleibt fast jede*r Dritte unter dem Mindestniveau. 32 Prozent erreichen die Kompetenzstufe 2 nicht. Dabei ist besonders Lesen eine essenzielle Kompetenz, um beispielsweise eine Aufgabenstellung zu verstehen und bearbeiten zu können. 2022 lag der Anteil unter dem Mindestniveau in Deutschland noch bei 25 Prozent.

Die Naturwissenschaften standen bei PISA 2025 besonders im Fokus und wurden umfangreicher getestet. Hier fällt das Ergebnis im Vergleich zu Mathematik und Lesen etwas besser aus. 73 Prozent der Jugendlichen erreichen mindestens Kompetenzstufe 2.

Seit 2015 ist der Anteil der Schüler*innen, die nicht einmal Kompetenzstufe 2 erreichen, deutlich gestiegen. In Mathematik sind es 17 Prozentpunkte mehr, beim Lesen 15 Prozentpunkte und in den Naturwissenschaften 10 Prozentpunkte.

Dabei betrifft der Leistungsrückgang nicht nur die schwächsten Schüler*innen. Der Abstand zwischen den leistungsstärksten und leistungsschwächeren 10 Prozent hat sich zwischen 2022 und 2025 in keinem der drei Bereiche signifikant verändert.

Deutschland im internationalen Ländervergleich

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland 2025 in allen drei Kompetenzbereichen nahe am OECD-Durchschnitt. Im Vergleich zu den anderen EU-Staaten liegt Deutschland in Naturwissenschaften und Lesen etwas über dem Durchschnitt und in Mathematik auf europäischem Durchschnittsniveau.

Die Punktzahlen im Vergleich:

  • Naturwissenschaften: Deutschland 486 Punkte | OECD-Durchschnitt 482 Punkte | EU-Durchschnitt 476 Punkte
  • Lesen: Deutschland 465 Punkte | OECD-Durchschnitt 461 Punkte | EU-Durchschnitt 451 Punkte
  • Mathematik: Deutschland 464 Punkte | OECD-Durchschnitt 463 Punkte | EU-Durchschnitt 460 Punkte

Nach den reinen Punktwerten landet Deutschland damit im Ländervergleich in den Naturwissenschaften auf Rang 23, beim Lesen auf Rang 24 und in Mathematik gemeinsam mit Schweden auf Rang 25.

Dass ein historischer Tiefstand trotzdem für einen Platz im internationalen Mittelfeld reicht, macht deutlich: Sinkende Schülerleistungen sind kein rein deutsches Problem.

Im Gegensatz dazu stehen an der Spitze des internationalen Vergleichs vor allem asiatische Bildungssysteme. Dazu gehören die chinesischen Regionen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang sowie Singapur, Macau, Taiwan, Japan und Korea. Aber auch Estland und das Vereinigte Königreich schnitten besser ab als Deutschland.

Reaktionen auf die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 in Deutschland

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 haben in Deutschland eine neue Debatte über die Zukunft des Bildungssystems ausgelöst. Weitgehend sind sich Politik, Bildungsverbände und Stimmen aus der Praxis einig, dass Handlungsbedarf besteht.

Bei der Frage, wo die Ursachen liegen und was sich verändern muss, unterscheiden sich die Einschätzungen jedoch.

Politik setzt auf Basiskompetenzen und frühe Förderung

Bundesbildungsministerin Karin Prien bezeichnet die Ergebnisse als „dramatisch“. Besonders problematisch seien der wachsende Anteil Jugendlicher ohne ausreichende Basiskompetenzen und der weiterhin starke Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

Das Ministerium verweist dabei auch auf neue Herausforderungen für Schulen, wie zum Beispiel eine veränderte Mediennutzung, psychische Belastungen junger Menschen, Künstliche Intelligenz und der steigende Fachkräftebedarf.

Die Bundesregierung will deshalb unter anderem früher mit der Förderung ansetzen und Basiskompetenzen gezielter stärken. Prien verweist auf bereits angestoßene Maßnahmen wie das Startchancen-Programm und geplante Reformen in der frühen Bildung.

Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Ergebnisse ebenfalls als „ernüchternd“ und bot den Bundesländern eine gemeinsame Kraftanstrengung zur Verbesserung der Bildung an. Gleichzeitig sieht er die Verantwortung nicht allein bei Schulen und Politik. Auch Eltern und Familien seien gefragt, da Bildung und Erziehung nicht vollständig an den Staat übertragen werden könnten.

Stimmen aus der Bildung fordern grundlegende Veränderungen

Viele überraschen die Ergebnisse der PISA-Studie hingegen nicht. Die Pädagogin Susanne Mierau sieht den viel zitierten „PISA-Schock“ kritisch. Probleme wie Personalmangel, fehlende Ressourcen und die hohe Belastung an Schulen seien schließlich schon lange bekannt. In der Debatte dürfe deshalb nicht nur auf einzelne Faktoren wie die Social-Media-Nutzung von Jugendlichen geschaut werden.

Auch die Bundesschülerkonferenz spricht von einem „vorhersehbaren Desaster“. Statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen fordert sie grundlegende Veränderungen im Bildungssystem. Für die Schülervertretung stehen dabei vor allem die Bedingungen, unter denen Lernen stattfindet, im Mittelpunkt. Zudem fordert sie u. a. mehr Investitionen in digitale Ausstattung, digitale Kompetenzvermittlung und Medienkompetenz.

Bildungs-Influencer fordern ebenfalls Reformen

Auch bekannte Stimmen aus der Bildungs-Community haben auf die neuen PISA-Ergebnisse reagiert. Die Bildungs-Influencer Bob Blume (@netzlehrer), Emily Horbach (@emytheteacher), Saskia Niechzial (liniert.kariert) und Caroline von St. Ange (@learnlearning.withcaroline) sehen in den Ergebnissen einen Realitätscheck für das deutsche Bildungssystem.

Ihrer Meinung nach verlassen zu viele Kinder die Schule, ohne sicher lesen, schreiben und rechnen zu können. Gleichzeitig seien vor allem diejenigen betroffen, die ohnehin schlechtere Bildungschancen haben. Für notwendige Veränderungen gebe es aus ihrer Sicht längst konkrete Ansätze.

In einem gemeinsamen Instagram-Reel fordern sie u. a.:

  • Verpflichtende, professionelle Zusammenarbeit von Lehrkräften
  • Vorschule mit pädagogischem Konzept für jedes Kind
  • Ausbau vollwertiger Ganztagsschulen mit vielfältigen Angebote
  • Mehr Fortbildungen und Unterrichtscoaching für Lehrkräfte
  • Stärkere Lehrkräftebildung in Mediendidaktik und Sprachförderung
  • Mehr Lebensweltbezug im Unterricht und eine Überarbeitung der Bildungspläne
  • Bildungsinvestitionen mindestens auf dem Niveau des OECD-Durchschnitts

Ihre zentrale Botschaft: Viele Ansätze für besseren Unterricht und mehr Bildungsgerechtigkeit seien bereits bekannt. Entscheidend sei nun, sie konsequenter umzusetzen und Investitionen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich bei Schulen, Lehrkräften und Schüler*innen ankommen.

Die PISA-Studie als internationaler Schulleistungstest

PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ und ist eine internationale Schulleistungsstudie der OECD. Seit dem Jahr 2000 untersucht sie in der Regel alle drei Jahre, welche Kompetenzen 15-Jährige gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit mitbringen. Lediglich die für 2021 geplante Erhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf 2022 verschoben.

An PISA 2025 nahmen rund 760.000 Jugendliche aus 91 Staaten und Volkswirtschaften teil. Im Mittelpunkt standen diesmal die Naturwissenschaften. Neben Kompetenzen in Mathematik und Lesen wurden zudem erstmals der Bereich „Lernen in der digitalen Welt“ untersucht.

Was genau misst die PISA-Studie?

Bei PISA geht es nicht darum, Schulwissen auswendig wiederzugeben. Stattdessen sollen die Jugendlichen zeigen, ob sie ihr Wissen verstanden haben und auf neue Situationen übertragen können.

Im Vergleich zu den Themen, die im Lehrplan stehen, geht es beim PISA-Test darum, Wissen auf konkrete Situationen zu übertragen. So mussten die Jugendlichen zum Beispiel verschiedene Ticketangebote im öffentlichen Nahverkehr miteinander vergleichen oder einschätzen, welche Quelle zum Thema Baumwollproduktion am vertrauensvollsten ist.

PISA prüft damit nicht nur, was Schüler*innen wissen, sondern auch, ob sie Informationen richtig einordnen, kritisch hinterfragen und für die Lösung eines Problems nutzen können.

Zusätzlich beantworten die Jugendlichen Fragebögen zu ihrem schulischen und persönlichen Lernumfeld.

Welchen Zweck hat die PISA-Studie?

PISA soll zeigen, wie gut Bildungssysteme Jugendliche auf die Herausforderungen nach der Schule vorbereiten. Gleichzeitig macht die Studie sichtbar, wie gerecht Bildungschancen verteilt sind und wie sich die Leistungen über einen längeren Zeitraum entwickeln.

Außerdem lassen sich die Ergebnisse international gegenüberstellen. Die teilnehmenden Staaten können dadurch besser einordnen, wo ihr Bildungssystem im Vergleich steht und wo Handlungsbedarf besteht.

Zusammen mit den Angaben aus den Fragebögen lässt sich darüber hinaus beispielsweise untersuchen, welchen Einfluss die soziale Herkunft oder das Lernumfeld auf den Bildungserfolg haben.

Fazit: Die PISA-Studie 2025 als Weckruf für das deutsche Bildungssystem

Die PISA-Studie 2025 zeigt einen deutlichen Negativtrend: In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erreichen die 15-Jährigen in Deutschland die niedrigsten Werte seit Beginn der PISA-Erhebungen.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich im deutschen Bildungssystem etwas verändern muss. Darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Weniger eindeutig ist, welche Maßnahmen langfristig wirklich einen Unterschied machen können.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wie Bund, Länder und Schulen auf die Ergebnisse reagieren und welche der diskutierten Ansätze tatsächlich umgesetzt werden.

FAQ zur PISA-Studie

Welches Ranking hat Deutschland in der PISA-Studie 2025?

Nach den erreichten Punktzahlen liegt Deutschland in Naturwissenschaften mit 486 Punkten auf Platz 23, im Lesen mit 465 Punkten auf Platz 24 und in Mathematik mit 464 Punkten gemeinsam mit Schweden auf Platz 25. Damit bewegt sich Deutschland im internationalen Vergleich ungefähr im OECD-Mittelfeld.

Wie hat sich das Bildungssystem in Deutschland gemäß PISA entwickelt?

Die Leistungen der 15-Jährigen haben sich langfristig verschlechtert. 2025 erreicht Deutschland in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit Beginn der PISA-Erhebungen.

Welches Land schneidet bei der PISA-Studie 2025 am besten ab?

An der Spitze der PISA-Studie 2025 stehen die chinesischen Regionen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang (B-S-J-Z) sowie Singapur. Als einzelnes Land hat Singapur mit 563 Punkten in Mathematik, 535 Punkten im Lesen und 560 Punkten in Naturwissenschaften die besten Ergebnisse.

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