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Praxissemester - Der erste eigene Unterricht

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Die ersten Tage des Praxissemesters sind vergangen, Du hast viele Eindrücke in verschiedenen Klassen gesammelt, Unterrichtsstunden beobachtet und nette Gespräche im Lehrerzimmer geführt. Es ist soweit: Dein erster eigener Unterricht steht an. Du wirst vom stillen Beobachter zum Beobachteten, vom langjährigen Schüler und Studenten zum Lehrer.

Du sollst Dich vor eine Klasse stellen, während alle Augenpaare auf Dich gerichtet sind, den Schülern etwas beibringen, alle Fragen beantworten können, in ordentlicher Schönschrift an die Tafel schreiben, das Zeitmanagement im Blick behalten, für Ruhe sorgen und dabei auch noch sympathisch und lässig wirken. Wir wollen das ganze etwas entspannter betrachten und in kleinen Schritten durchgehen.

1. Die Planung: Stunden für 45 min

Im ersten eigenen Unterricht möchte man natürlich nichts dem Zufall überlassen und jeden Schritt, jedes Wort akribisch planen. Ein Vorteil ist, dass Du in eine Klasse einsteigen wirst, die Du vorab beobachtet hast, die Du einschätzen kannst und weißt, welcher Stoff gerade Thema ist. Im Idealfall hast Du selbst schon einige kreative Ideen für Deine Stunde. Falls Fu nicht weißt, wo dir der Kopf steht: Frag die Kurslehrer, die jeweiligen Fachlehrer oder Deinen Betreuer um Rat. Auch Referendare sind meist sehr hilfsbereite Ansprechpartner. Eine gute Planung und Vorbereitung ist sehr zeitintensiv, denn hast Du endlich interessante Ideen und Anregungen für Deine Stunde gefunden, heißt es: kopieren, schneiden, kleben. Mach Dir vorab Gedanken um die Sozialform, Gruppenaufteilung und: einen Technik-Check!

2. Durchführung: Die Stunde der Wahrheit

Der Schulgong hat geklingelt, die Pause ist zu Ende und Deine erste Stunde beginnt. Häufig übernehmen die Kursleiter noch die Eröffnung der Stunde und erklären der Klasse, dass heute „jemand Neues“ unterrichtet. Doch auch das kannst Du mit dem Betreuer vorher absprechen und die Begrüßung bereits selbst in die Hand nehmen. Denn es gibt zwar keine Allheilmittel gegen die ersten Anzeichen von Nervosität, doch nichts ist einfacher, als zunächst ein bisschen über sich zu sprechen, um das Eis zu brechen und die zittrige Stimme zu überwinden!

Hat man sein Bild auf den Overhead-Projektor gelegt, einen Schlagbegriff an die Tafel geschrieben oder eine Frage gestellt, steigt natürlich die Anspannung: Wie reagieren die Schüler? Wird sich jemand melden? Wissen die eigentlich, was ich von ihnen will?! Hingegen dem vorherrschenden Klischee, Schüler seien Monster, wirst du jedoch schnell feststellen, dass meist viele Finger in die Luft schießen und die Klasse Dich unterstützen möchte. Schließlich sind die Schüler fast genauso aufgeregt wie Du und freuen sich über einen kleinen „Tapetenwechsel“ im Unterricht. Um alle mit Namen ansprechen zu können, kannst du Dir vorab einen Sitzplan zeichnen.

Du wirst merken, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Nachdem sich die Anspannung gelöst hat und wirst Du von Minute zu Minute lockerer. Auch wenn eine Situation mal ins Stocken gerät oder Du eine Frage nicht beantworten kannst: es ist kein Meister vom Himmel gefallen! Sag der Klasse, dass du die Frage oder den Einwand gut findest und bis zur nächsten Stunde nachschlägst. Oder mach es ganz „Lehrer-like“ und frage, wer ein Referat darüber halten möchte ;-) .

3. Reflexion: Feedback ist alles!

Geschafft! Wenn der Gong wieder klingelt und die Stunde endet, ist die Freude groß. Nicht nur bei den Schülern. Erleichterung und Stolz mischen sich mit der unsicheren Frage: Und was passiert jetzt? Wie war ich? Natürlich gibt es in den meisten Fällen keine Standing- Ovations der Klasse, aber ein Blick in die Gesichter der Schüler spiegelt ein erstes Fazit wieder. So lange Deine Schüler die Klasse verlassen und ein fröhliches „Tschüss!“ rufen, scheint alles gut gelaufen zu sein. Doch auch das Feedback des Kurslehrers ist durchaus wichtig. Er sieht viele fachliche und pädagogische Aspekte aus einem professionellen Blickwinkel und kann Dir für die Zukunft wertvolle Tipps geben. Nimm Dir nach einem Belohnungskaffee die Zeit, um Dir eine Rückmeldung einzuholen. Anders als im Referendariat erhältst Du keine Noten. Das Praxissemester ist eine tolle Gelegenheit, um Dich vor einer Klasse auszuprobieren.

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