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Sicheres Auftreten im Klassenraum

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Alle Augen sind auf Dich gerichtet. Du, die große BĂŒhnenshow und die SchĂŒler Dein Publikum. Applaus gibt es erstmal nicht. Deine SchĂŒler sind scharfe Kritiker.

Du bestimmst Deinen Auftritt. Von der Art und Weise, wie Du den Klassenraum betrittst, mit welchen Worten Du die Stunde beginnst und inwiefern Du Dein Publikum mit einbeziehst.

Wir haben Dir ein paar Punkte zusammengestellt, die fĂŒr Dein Auftreten im Unterricht ausschlaggebend sind.

Dir muss bewusst sein, dass Dein Auftreten immer ein Zusammenspiel Deines gesamten Körpers ist. Du kannst an verschiedenen Punkten ansetzen, um an Deiner PrÀsenz zu arbeiten.

Deine Körpersprache

Die nonverbale Körpersprache ist ein wichtiges Kriterium. Ohne einen Laut von Dir zu geben, sendest Du erste Signale aus. Inhalte lassen sich besser vermitteln und verleihen Deinen Worten eine grĂ¶ĂŸere Kraft. Der Zuhörer assoziiert die Körpersprache mit der inneren Haltung des Sprechers. Passt diese nicht mit dem Gesprochenen ĂŒberein, wird auch dem Inhalt der Worte weniger geglaubt.

FĂŒr Deine SchĂŒler ist es wichtig, dass Du authentisch bist und aus Überzeugung handelst. Mimik und Gestik unterstĂŒtzen Dich den Lehrstoff verstĂ€ndlich zu vermitteln. Es wirkt unsicher, wenn Du zu hĂ€ufig und zu lange auf den Boden schaust. Blickkontakt zeigt Interesse und baut eine wichtige Bindung zu Deinen SchĂŒlern auf.

Versuche beim Sprechen den Blick im Klassenraum aufmerksam und freundlich herumschweifen zu lassen. Dies weckt Sympathie und zeigt den SchĂŒlern, dass Du hinter Deinen Worten stehst. 
Vermeide zu langen Blickkontakt mit einzelnen SchĂŒlern. Das kann unhöflich wirken und Deine SchĂŒler verunsichern.

Der souverÀne Stand

Der sogenannte souverĂ€ne Stand hilft Dir, selbstsicher aufzutreten und selbstbewusst im Klassenraum zu stehen. DafĂŒr stellst Du Dich aufrecht hin und die FĂŒĂŸe ein bis eineinhalb Fußbreit auseinander. Achte darauf, dass Dein Schwerpunkt auf den Fußballen liegt. Versuche zudem die Knie nicht komplett durchzudrĂŒcken, sondern locker zu lassen und Dein Becken etwas nach hinten zu kippen. Dein Oberkörper ist gerade und Dein Kinn sollte ein wenig zum Kehlkopf gerichtet sein. Manchmal fĂ€llt es leichter, durch innere Bilder zu lernen. Z.B.: Stell Dir vor, eine imaginĂ€re Giraffe zieht Dich an Deinen Haaren hoch und hĂ€lt Dich aufrecht.

Der souverĂ€ne Stand verleiht Dir ein sicheres GefĂŒhl von Standhaftigkeit.

Deine Stimme

SchĂŒler beurteilen ihre LehrkrĂ€fte gerne auch ĂŒber deren Stimme und Sprache. Die Art und Weise wie Du sprichst, wirkt sich darauf aus, wie Deine SchĂŒler Dich wahrnehmen. Daher ist es wichtig, dass Du Dich in Deiner Stimmlage wohl fĂŒhlst. Ruhig bleiben, in ZimmerlautstĂ€rke sprechen und Schwung in die Stimme legen. Ab und zu eine kurze Pause, sorgt fĂŒr Aufmerksamkeit und gerade ErzĂ€hltes wird verarbeitet. Eine deutliche Artikulation macht den Inhalt verstĂ€ndlicher und minimiert MissverstĂ€ndnisse.

Deine Kleidung

Sich in seinem Berufsfeld angemessen zu kleiden, ist selbstverstĂ€ndlich. Du musst Dich darin aber auch wohlfĂŒhlen. Das steigert Dein Wohlbefinden. Diese Selbstsicherheit hat Auswirkungen auf Dein Inneres und Dein Auftreten im Klassenzimmer. Auf unserem Instagram-Account zeigen wir Dir immer wieder gelungene Outfits von anderen LehrkrĂ€ften.

Eine Übung zur Sicherheit

Zum Abschluss haben wir noch eine Übung zur Selbstsicherheit ausgesucht. Die BaumĂŒbung.Diese Übung hilft Dir, vor Deiner Klasse sicher und selbstbewusst zu stehen. 
Stell Dich gerade hin und beuge Deine Knie ganz leicht, sodass Du einen sicheren Stand hast. Stelle Dir vor, dass Du mit dem Boden verwachsen bist. Aus Deinen FĂŒĂŸen wachsen Wurzeln tief hinein in die Erde, die Dich fest verankern und Dir StabilitĂ€t geben. Atme ruhig ein und aus und stelle Dir vor, wie Deine Beine zum Stamm des Baumes werden. Wenn Du magst, kannst Du Dir auch die Rinde des Baumes vorstellen. Hat sie vielleicht ein besonderes Muster? Ist der Baum schon sehr alt und hat viele Kerbungen vom Leben oder ist er noch ganz jung und sprießt vor Lebensenergie? Wandere in Deinen Gedanken den Stamm hinauf, bis Du bei deinem Oberkörper angelangt bist, der sich als Baumkrone zeigt. Bewege Dich dann etwas von links nach rechts, ohne aber die FĂŒĂŸe vom Boden zu nehmen. Du kannst Dich bewegen, aber stehst sicher und verankert auf dem Boden, denn die Wurzeln halten Dich. Dich kann nichts umstĂŒrzen. Nimm Dich am Ende der Übung noch einmal als ganzen Baum wahr und atme ein letztes Mal tief ein und aus. Das Geheimnis dieser Übung ist, sie ernsthaft , selbstbewusst und ohne Zweifel durchzuziehen.

Suche einen motivierenden Einstieg

Den Einstieg bereitest Du am besten ganz zum Schluss vor. Dann weist Du bereits, was in der Stunde behandelt wird und kannst den Einstieg so wĂ€hlen, dass er zur Erarbeitungsphase hinfĂŒhrt und in einem logischen Schluss endet. Auf diese Art erhĂ€ltst Du eine runde Stunde und verlierst den roten Faden nicht aus den Augen. Achte darauf, dass der Einstieg die SchĂŒler_innen aktiviert und neugierig auf die kommende Stunde macht.

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