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So findest du effektive Lerntechniken für größere Lernerfolge

Die Klausur rückt immer näher, die Zeit wird knapp und du fühlst dich schlecht vorbereitet? Dieses Gefühl kennen sowohl Schüler*innen als auch Lehramtsstudierende. Vor allem im Lehramtsstudium bist du für deinen Lernfortschritt selbst verantwortlich. Genau deshalb lohnt es sich spätestens dann, dich noch weit vor der Klausurenphase mit deinem Lerntyp und effektiven Lerntechniken zu beschäftigen. Wir zeigen dir hier einige Lernmethoden, mit denen du das Gelernte langfristig verinnerlichst und wie du Lernstrategien findest, die zu dir passen.

Laptop und Notizbuch

Klausurenphasen fordern alle Lehramtsstudierende heraus

Die Bibliothek ist überfüllt. Im Schreibwarengeschäft sind die Post-its aus. Im Wohnheim herrscht eine unheimliche Ruhe. Nur wenn man ganz nah an die Zimmertüren herangeht, hört man das leise Wimmern eines Studierenden, der gerade einen Nervenzusammenbruch erleidet. Das kann nur eins bedeuten: Klausurenphase!

Bei einem sind wir uns alle einig: Während der Prüfungszeit herrscht absoluter Ausnahmezustand. Es ist so ziemlich die stressigste Phase im ganzen Semester und bringt jeden Studierenden regelmäßig an seine Belastungsgrenze.

Damit du die nächste Prüfungsphase so heil wie möglich überstehst, wollen wir dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben. So kannst du dir einiges an Zeit und Stress sparen, und seien wir mal ehrlich – wer will das nicht?

10 Lerntechniken für effektives Lernen

Da die wenigsten unter uns mit einem fotografischen Gedächtnis gesegnet sind, kommen wir beim Lernen nicht ohne Wiederholungen aus. Nur so kannst du Informationen von deinem Kurzzeitgedächtnis in dein Langzeitgedächtnis übertragen.

Die gute Nachricht: Viele Wege führen zu diesem Ziel. Hier findest du zehn Lerntechniken und Lernmethoden, die dir dabei helfen.

Lerntechniken für effektives Lernen

Abbildung 1: Lerntechniken für Wiederholung, Struktur und Texte (eigene Darstellung)

Verstehen

Der erste Schritt im Lernprozess ist das Verstehen. Verstehen ist die Grundlage, um das erlernte Wissen anwenden zu können. Außerdem fällt es dir dadurch viel leichter, das Gelernte langfristig im Kopf zu behalten.

Es gibt einen kleinen Test, den du machen kannst, um zu schauen, ob du die Inhalte wirklich verinnerlicht hast: Versuche, das Gelernte in deinen eigenen Worten so zu erklären, dass jemand, der noch nie davon gehört hat, es versteht.

Wiederholen

Bulimie-Lernen ist eine Notfalllösung, die nur einen kurzfristigen Effekt hat. Wenn Inhalte aufeinander aufbauen oder du das erlernte Wissen langfristig im Gedächtnis verankern möchtest, kommst du nicht an regelmäßigen Wiederholungen vorbei.

Dafür kannst du dir bereits Wochen vor der Klausurenphase jeden Tag fünf bis zehn Minuten nehmen. Pluspunkt: Das ist deutlich entspannter, als am Wochenende vor der Klausur die Nächte zum Tag zu machen.

Spickzettel

Die Arbeit, die in die Erstellung eines Spickzettels fließt, sollte man nicht unterschätzen. Man muss nicht nur Inhalte gewichten und auf das Minimum reduzieren, sondern auch Zusammenhänge reflektieren. Dieser Prozess trägt dazu bei, dass man sich intensiv mit den Lerninhalten auseinandersetzt.

Der fertige Spickzettel kann zudem für Wiederholungen genutzt werden. Das Beste daran? Kurz vor einer Klausur wird er dann normalerweise gar nicht mehr benötigt.

Karteikarten

Ein echter Klassiker unter den Lerntechniken sind Karteikarten. Besonders praktisch sind selbst beschriebene Karteikarten für eine Selbstabfrage, bei der du Begriffe oder Vokabeln gleichzeitig auswendig lernst. Auf einer Seite steht der Begriff oder die Frage, und auf der anderen kannst du deine Antwort überprüfen.

Eselsbrücken

Eselsbrücken sind einprägsame Merkhilfen. Sie verbinden Reime, Sprüche oder Abkürzungen mit Zahlen, Fakten oder Reihenfolgen. Zudem musst du zuvor etwas abstrahieren, um dir passende Eselsbrücken auszudenken.

Mindmap

Eine Mindmap hilft dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und dir leichter einen Überblick über komplexe Themen zu verschaffen. Wenn du Unterthemen und Schlagworte als Begriffe ergänzt, eignet sich die Mindmap zudem ebenfalls für Wiederholungen.

Unser Tipp: Vor großen Klausuren oder mündlichen Prüfungen kannst du eine Wand oder Pinnwand in deinem Zimmer für die Mindmap reservieren, um dich darin zu üben, Fragen aus dem Stehgreif zu beantworten.

Pomodoro-Technik

Eine der beliebtesten Lerntechniken ist die Pomodoro-Technik. Dabei wird Lernen und Pausen machen in spezifische Zeitfenster eingeteilt: normalerweise 25 Minuten lernen, 5 Minuten Pause.

So kannst du konzentriert arbeiten und dein Gehirn bekommt genügend Verschnaufpausen. Als Stoppuhr kannst du dein Smartphone, eine App, einen Wecker oder deine Armbanduhr nutzen.

Input- und Output-Strategien

Um deinen Lernprozess zu strukturieren, helfen dir außerdem die sogenannten Input- und Output-Strategien.

Bei der Input-Strategie setzt man sich einen festen Zeitrahmen, wie zum Beispiel: „heute will ich 2 Stunden lernen“ oder „ich lerne täglich 3 Stunden“. Mit dieser Strategie kannst du ganz einfach deine Woche planen. Wenn du merkst, dass du den Stoff nicht durchbekommst, weil deine Zeitfenster zu klein sind, passe die Zeiten in der folgenden Woche an.

Bei der Output-Strategie zählt das Ergebnis, also zum Beispiel „ich will heute 2 Kapitel zusammenfassen“ oder „ich habe noch 4 Wochen bis zur Prüfung, bis dahin muss ich den ganzen Stoff gelernt haben“. Um hier einen Plan zu erstellen, musst du deinen Lernstoff in kleine Einheiten zerteilen und auf deine Lerntage aufteilen.

Unser Tipp: Plane am besten einen Puffer ein. Es kann passieren, dass du den Lernaufwand für beispielsweise ein Kapitel unterschätzt und länger dafür brauchst als geplant.

SQR3-Methode

Die SQR3-Methode hilft dir dabei, Texte strukturiert zu bearbeiten und deren Inhalte zu verstehen. Ziel ist es, dass du den Text verinnerlichst und dir die Inhalte langfristig einprägst.

  1. Dazu startest du damit, dir einen Überblick zu verschaffen (Survey). Du liest dir die Überschriften und Zwischenüberschriften durch, schaust dir Grafiken, Bilder und Tabellen an, und liest die Zusammenfassung am Ende von Abschnitten oder Kapiteln durch.
  2. Danach formulierst du Fragen (Question), die auf den Überschriften und Zwischenüberschriften basieren. So liest du den Text anschließend mit mehr Intention und bereitest dich darauf vor, Antworten zu suchen.
  3. Anschließend liest du den Text (Read) und versuchst, Antworten auf deine Fragen zu finden.
  4. Nach jedem Absatz wiederholst du die Antworten auf deine Fragen mündlich oder schriftlich in deinen eigenen Worten (Recite).
  5. Zuletzt folgt eine Überprüfung des Gelernten (Review). Dazu kannst du den Text nochmal durchgehen, die Inhalte mit anderen diskutieren oder deine Fragen beantworten, ohne nochmal in den Lesestoff zu schauen.

Speed Reading

Dir fällt es schwer, beim Lesen nicht mit deinen Gedanken abzuschweifen? Probiere es mal mit Speed Reading! Gleichzeitig erspart dir die Methode viel Zeit. Menschen, die diese Technik nutzen, können ihre Lesegeschwindigkeit verdoppeln und behalten mehr von dem, was sie gelesen haben.

Klingt praktisch. Aber wie funktioniert‘s?

Wer schneller liest, reizt seine Gehirnkapazität mehr aus und lässt so weniger Raum für andere Gedanken. Dadurch behält unser Gehirn mehr von einem Text, wenn man ihn zwei Mal schnell liest, als wenn man ihn einmal gründlich durcharbeitet.

Wichtig:

Du solltest deinen Text einfach nur überfliegen und auf gar keinen Fall wieder zurückspringen und den Satz nochmal lesen, wenn du etwas nicht verstanden hast. Vieles ergibt sich später aus dem Kontext. Spätestens beim zweiten Durchgang macht alles viel mehr Sinn und du kannst es dir besser merken.

Außerdem solltest du üben, beim Lesen flüssig mit dem Auge über die Zeilen zu gleiten und ein Stoppen zu vermeiden. Lies nicht jedes Wort einzeln, sondern in Sinn-Wort-Gruppen aus zwei bis fünf zusammengehörigen Wörtern.

Ein Zeitlimit kann dir ebenfalls dabei helfen, schneller zu lesen. Wenn du dir also eine Eieruhr stellst und sagst „in 25 Minuten lese ich dieses Kapitel“, dann setzt du dich selbst unter Druck und verhinderst eher gedankliches Abschweifen.

So kannst du deinen Lerntypen herausfinden

Jeder Mensch ist anders. Das kann man auch beim Lernverhalten erkennen. Genau deshalb hat Frederic Vester (1998) vier Lerntypen definiert.

  1. Visuell: Der visuelle Lerntyp prägt sich Inhalte am besten ein, indem er sie sieht. Dabei helfen zum Beispiel selbst erstellte Schaubilder und Mindmaps.
  2. Auditiv: Der auditive Lerntyp kann sich den Lernstoff am besten merken, wenn er ihn hört. Zum Beispiel kann er Vorträgen besonders gut folgen, aber auch Podcasts.
  3. Haptisch: Der haptisch-motorische Lerntyp lernt am effektivsten, wenn er etwas anfassen oder sich bewegen kann. „Learning by doing“ ist für diesen Lerntyp Programm, also begreifen durch selbst ausprobieren. Für mehr Bewegung kannst du zum Beispiel ein mobiles Laufband am Schreibtisch nutzen oder beim Spazieren eine Audio-Aufnahme hören.
  4. Kommunikativ: Der kommunikativ-intellektuelle Lerntyp setzt sich intensiv mit Lerninhalten auseinander, indem er sich in einer Lerngruppe darüber austauscht und Fragestellungen diskutiert.

Meistens hat man bereits ein Gefühl dafür, welcher Lerntyp dem eigenen am meisten entspricht. Es kann in deinem Fall natürlich auch eine Mischung aus mehreren Lerntypen sein. Das Wissen darüber hilft dir enorm dabei, passende Lernmethoden auszuwählen und einen effektiven Lernplan zu erstellen.

Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, beobachte dich doch mal selbst beim Lernen:

Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, beobachte dich doch mal selbst beim Lernen:

  • Zeichnest du ergänzend zu deinen Notizen direkt immer ein kleines Schaubild auf (visuell)?
  • Fällt es dir leicht, einer Vorlesung längere Zeit aufmerksam zu folgen (auditiv)?
  • Kannst du beim Lernen schlecht stillsitzen, wodurch deine Konzentration leidet (haptisch-motorisch)?
  • Bekommst du erst Klarheit, wenn du deine Gedanken im Austausch mit anderen ausformulierst (kommunikativ)?

Alternativ gibt es online auch einige kostenlose Tests. Wenn du dich selbst immer noch nicht einordnen kannst, gibt einfach mal bei Google „Lerntypen Test“ ein.

Fazit: Entwickle Lernstrategien, die zu dir passen

Effektives Lernen ist keine Frage von Talent, sondern von der richtigen Strategie. Wenn du verstehst, wie du am besten lernst, und passende Lerntechniken gezielt einsetzt, kannst du dir nicht nur Zeit und Stress sparen, sondern auch nachhaltige Lernerfolge erzielen.

Wichtig ist dabei, dass es nicht die eine perfekte Methode gibt. Probiere verschiedene Lerntechniken aus, kombiniere sie miteinander und finde heraus, was für dich am besten funktioniert. Mit einem individuellen Lernplan, regelmäßigen Wiederholungen und einem bewussten Umgang mit deinem eigenen Lernverhalten gehst du deutlich entspannter und sicherer in die nächste Klausurenphase.

FAQ zu Lerntechniken

Welche Lerntechniken gibt es?

Es gibt zahlreiche Lerntechniken, die dich beim Verstehen, Wiederholen und Strukturieren von Inhalten unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Karteikarten, Mindmaps, die Pomodoro-Technik, die SQR3-Methode oder Eselsbrücken.

Welche unterschiedlichen Lerntypen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man vier Lerntypen: den visuellen, auditiven, haptisch-motorischen und kommunikativen Lerntyp. Sie unterscheiden sich darin, ob Lerninhalte besser durch Sehen, Hören, Bewegung oder Austausch mit anderen aufgenommen werden.

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