Klausurenphasen fordern alle Lehramtsstudierende heraus
Die Bibliothek ist überfüllt. Im Schreibwarengeschäft sind die Post-its aus. Im Wohnheim herrscht eine unheimliche Ruhe. Nur wenn man ganz nah an die Zimmertüren herangeht, hört man das leise Wimmern eines Studierenden, der gerade einen Nervenzusammenbruch erleidet. Das kann nur eins bedeuten: Klausurenphase!
Bei einem sind wir uns alle einig: Während der Prüfungszeit herrscht absoluter Ausnahmezustand. Es ist so ziemlich die stressigste Phase im ganzen Semester und bringt jeden Studierenden regelmäßig an seine Belastungsgrenze.
Damit du die nächste Prüfungsphase so heil wie möglich überstehst, wollen wir dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben. So kannst du dir einiges an Zeit und Stress sparen, und seien wir mal ehrlich – wer will das nicht?
10 Lerntechniken für effektives Lernen
Da die wenigsten unter uns mit einem fotografischen Gedächtnis gesegnet sind, kommen wir beim Lernen nicht ohne Wiederholungen aus. Nur so kannst du Informationen von deinem Kurzzeitgedächtnis in dein Langzeitgedächtnis übertragen.
Die gute Nachricht: Viele Wege führen zu diesem Ziel. Hier findest du zehn Lerntechniken und Lernmethoden, die dir dabei helfen.
Input- und Output-Strategien
Um deinen Lernprozess zu strukturieren, helfen dir außerdem die sogenannten Input- und Output-Strategien.
Bei der Input-Strategie setzt man sich einen festen Zeitrahmen, wie zum Beispiel: „heute will ich 2 Stunden lernen“ oder „ich lerne täglich 3 Stunden“. Mit dieser Strategie kannst du ganz einfach deine Woche planen. Wenn du merkst, dass du den Stoff nicht durchbekommst, weil deine Zeitfenster zu klein sind, passe die Zeiten in der folgenden Woche an.
Bei der Output-Strategie zählt das Ergebnis, also zum Beispiel „ich will heute 2 Kapitel zusammenfassen“ oder „ich habe noch 4 Wochen bis zur Prüfung, bis dahin muss ich den ganzen Stoff gelernt haben“. Um hier einen Plan zu erstellen, musst du deinen Lernstoff in kleine Einheiten zerteilen und auf deine Lerntage aufteilen.
Unser Tipp: Plane am besten einen Puffer ein. Es kann passieren, dass du den Lernaufwand für beispielsweise ein Kapitel unterschätzt und länger dafür brauchst als geplant.
So kannst du deinen Lerntypen herausfinden
Jeder Mensch ist anders. Das kann man auch beim Lernverhalten erkennen. Genau deshalb hat Frederic Vester (1998) vier Lerntypen definiert.
- Visuell: Der visuelle Lerntyp prägt sich Inhalte am besten ein, indem er sie sieht. Dabei helfen zum Beispiel selbst erstellte Schaubilder und Mindmaps.
- Auditiv: Der auditive Lerntyp kann sich den Lernstoff am besten merken, wenn er ihn hört. Zum Beispiel kann er Vorträgen besonders gut folgen, aber auch Podcasts.
- Haptisch: Der haptisch-motorische Lerntyp lernt am effektivsten, wenn er etwas anfassen oder sich bewegen kann. „Learning by doing“ ist für diesen Lerntyp Programm, also begreifen durch selbst ausprobieren. Für mehr Bewegung kannst du zum Beispiel ein mobiles Laufband am Schreibtisch nutzen oder beim Spazieren eine Audio-Aufnahme hören.
- Kommunikativ: Der kommunikativ-intellektuelle Lerntyp setzt sich intensiv mit Lerninhalten auseinander, indem er sich in einer Lerngruppe darüber austauscht und Fragestellungen diskutiert.
Meistens hat man bereits ein Gefühl dafür, welcher Lerntyp dem eigenen am meisten entspricht. Es kann in deinem Fall natürlich auch eine Mischung aus mehreren Lerntypen sein. Das Wissen darüber hilft dir enorm dabei, passende Lernmethoden auszuwählen und einen effektiven Lernplan zu erstellen.
Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, beobachte dich doch mal selbst beim Lernen:
Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, beobachte dich doch mal selbst beim Lernen:
- Zeichnest du ergänzend zu deinen Notizen direkt immer ein kleines Schaubild auf (visuell)?
- Fällt es dir leicht, einer Vorlesung längere Zeit aufmerksam zu folgen (auditiv)?
- Kannst du beim Lernen schlecht stillsitzen, wodurch deine Konzentration leidet (haptisch-motorisch)?
- Bekommst du erst Klarheit, wenn du deine Gedanken im Austausch mit anderen ausformulierst (kommunikativ)?
Alternativ gibt es online auch einige kostenlose Tests. Wenn du dich selbst immer noch nicht einordnen kannst, gibt einfach mal bei Google „Lerntypen Test“ ein.
Fazit: Entwickle Lernstrategien, die zu dir passen
Effektives Lernen ist keine Frage von Talent, sondern von der richtigen Strategie. Wenn du verstehst, wie du am besten lernst, und passende Lerntechniken gezielt einsetzt, kannst du dir nicht nur Zeit und Stress sparen, sondern auch nachhaltige Lernerfolge erzielen.
Wichtig ist dabei, dass es nicht die eine perfekte Methode gibt. Probiere verschiedene Lerntechniken aus, kombiniere sie miteinander und finde heraus, was für dich am besten funktioniert. Mit einem individuellen Lernplan, regelmäßigen Wiederholungen und einem bewussten Umgang mit deinem eigenen Lernverhalten gehst du deutlich entspannter und sicherer in die nächste Klausurenphase.
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