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Umgang mit Leistungsdruck - Ein Erfahrungsbericht. Viele Tipps & Tricks.

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Womit soll ich bloß beginnen? Ich muss heute noch Unterricht planen, eine Mail schreiben, die Noten eintragen und für die Prüfungen lernen. Wie soll ich das alles schaffen? Gerade zu Beginn der Berufslaufbahn wird man als Lehrperson mit allen möglichen Verpflichtungen und Aufgaben erschlagen. Ohne ausgeprägtes Multitasking-Talent lassen sich manche Situationen kaum bewältigen. Als ReferendarIn ist die Belastung besonders hoch, da man sich als Lehrerkraft beweisen muss. Auch wenn ich im Studium bereits Lehraufträge hatte und es kannte, neben dem Studieren Unterricht vorzubereiten und zu erteilen, so kam ich während des Vorbereitungsdienstes mehrere Male an meine Belastungsgrenze. Mir fiel es schwer „Nein!“ zu sagen, schließlich bangte ich um eine gute Beurteilung. Die To-Do-Listen wurden letztlich immer unüberschaubarer und brachten mir mehr Frustration als Unterstützung. Wenn ich zurückblicke, dann wird mir schnell bewusst, dass es vor allem mein eigener Leistungsdruck und meine Versagensängste waren, die meine Zeit im Vorbereitungsdienst trübten. Damit war ich jedoch nicht die Einzige. Ein Großteil meiner MitstreiterInnen hatten ähnliche Sorgen und Ängste. Gefühlt waren jedoch alle Menschen um mich herum zielstrebiger, fleißiger und engagierter, weswegen ich häufiger an mir und meinen Kompetenzen gezweifelt habe. Es ist ein schleichender Prozess, den man nicht direkt bemerkt, der aber im schlimmsten Fall zu Burnout führen kann. Zum Glück habe ich das Signal rechtzeitig gehört und bin zum Ende hin achtsamer mit mir selbst umgegangen.

Das Thema „Achtsamkeit“ ist in den letzten Jahren offensichtlich in Mode gekommen. Etliche Ratgeber kursieren auf dem Markt. Mittlerweile werden auch zahlreiche Workshops und Fortbildungen dazu angeboten. Was bedeutet jedoch „Achtsamkeit“? Darunter versteht man das Innehalten und die Besinnung auf den eigenen Körper und das eigene Handeln. Dazu gehört es, dass Routinen bewusst durchbrochen werden und der Fokus auf das Hier und Jetzt gesetzt wird. Im Berufsalltag erscheint es kaum möglich, Achtsamkeit zu leben. Jedoch verhilft eine achtsame Lebensweise dazu, angemessen mit dem eigenen Leistungsdruck umzugehen.

Drei Anregungen habe ich für Dich, die Dir dabei helfen sollen, achtsamer zu Dir selbst zu sein:

1. Entkomme der Komplexitätsfalle und überfordere Dich nicht!

Auch wenn Engagement sich gut macht, bedeutet es nicht, dass Du immer und überall dabei sein musst. Informiere Dich frühzeitig über Deine Rechten und Pflichten. Vor allem die Ausbildungsschulen beuten ihre ReferendarInnen gerne mal aus. Da natürlich alle möglichst gut bestehen wollen, wehrt sich auch keiner. Doch gerade dies solltest Du unbedingt umgehen. Konzentriere Dich auf das Wesentliche: Das Unterrichten und die Prüfungsvorbereitung. Weiterhin ist es sinnvoll die Beurteilungskriterien zu kennen. Je genauer Dir bewusst ist, was Du schon gut kannst und woran Du noch arbeiten möchtest, desto leichter sollte es Dir fallen, Prioritäten zu setzen. Eins kann ich Dir sagen: Es erwartet niemand von Dir, dass Du alles perfekt kannst – schon gar nicht am Anfang der Ausbildung!

2. Vergleiche Dich so wenig wie möglich mit anderen Menschen!

"Wie lief Deine Hospitation?" "Ganz gut und Deine?" – Wahrscheinlich wird es Dir häufiger so ergehen, dass Deine MitstreiterInnen positiv von ihren Unterrichtsbesuchen sprechen. Lass Dich davon nicht beirren! Einerseits sind es subjektiv geprägte Wahrnehmungen und andererseits bedeutet eine in den Augen schief gelaufene Stunde nicht gleich, dass die Note dadurch versaut ist. Im Gegenteil: Je selbstkritischer man ist, desto erfolgreicher laufen oftmals die Lehrproben bzw. unterrichtspraktischen Prüfungen. Es ist nicht einfach, bei der Konkurrenzsituation sich von den Gedanken loszumachen, dass andere viel besser sind. Jedoch bringt der Vergleich gar nichts – höchstens Neid, Feindseligkeit und Einsamkeit. Versuche stattdessen Dich mit Leuten zusammenzutun, die Dir wirklich gut tun. Gemeinsames Leid ist halbes Leid! Aber auch durch einen regelmäßigen Austausch könnt ihr voneinander lernen und profitieren.

3. Vertraue auf Deine Stärken und besiege Deine Ängste!

Nimm Dir jeden Tag mindestens fünf Minuten Zeit für Dich, um Dir über Deine Stärken bewusst zu werden! Welche Erfolge hattest Du bereits in Deinem Leben? Und worauf basieren diese Erfolge? Lass Dir auch konstruktives Feedback von Menschen geben, die es gut mit Dir meinen! Allerdings solltest Du auch lernen, Deinen Kopf abschalten zu können. Hierfür ist es ratsam, sich bewusst Erholungs- und Entspannungsphasen im Alltag zu schaffen. Triff Freunde, gönn Dir einen schönen Film im Kino, geh bummeln, treib Sport und mach Dinge, die Dir Spaß machen. Hauptsache, Du tust nichts für die Schule, sondern nur für Dich. Genieße kleine Momente zwischen den Pausen z.B. nette Gespräche mit KollegInnen oder lustige Situationen mit SchülerInnen! Und selbst wenn es mal stressigere Phasen gibt, dann ist es wunderbar, dass Du diese erkennst und bei Bedarf vom Gaspedal lässt. Um in diesem Beruf bestehen zu können, musst du rechtzeitig auf die Bremse treten können, um dich nicht zu überarbeiten. Was heißt es konkret: Innehalten und sich über den Augenblick zu freuen!

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