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Kennenlernspiele zum Start ins neue Schuljahr

Wenn sich die Sommerferien dem Ende zuneigen, wartet auf Lehrkräfte und Schüler*innen ein neues Schuljahr voller gemeinsamer Erlebnisse. In der ersten gemeinsamen Stunde darf ein cooles Kennenlernspiel deshalb auf keinen Fall fehlen. Es bricht das Eis und legt die Grundlage, um in den nächsten Wochen und Monaten zu einer echten Gemeinschaft heranzuwachsen. Besonders in einer ersten oder fünften Klasse hält dieser Tag bereits viele neue Eindrücke bereit. Ein kreatives, lustiges Kennenlernspiel hilft ihnen dabei, sich wohlzufühlen und neue Freundschaften zu schließen.    

Du bist noch auf der Suche nach passenden Ideen für Kennenlernspiele für die Grundschule oder für höhere Klassen? Dann bist du bei uns genau richtig! In diesem Artikel verraten wir dir einige kreative Spiele für den Schulanfang, mit denen sich deine Schüler*innen untereinander besser kennenlernen können! 

Schulheft

Kennenlernspiele lockern die Stimmung und wecken Neugierde

Auch bei Kennenlernspielen sollte man vorher Mehrwert und Nutzen abwägen, denn nicht jedes beliebige Kennenlernspiel eignet sich für jede Klasse. Wichtig ist vor allem, dass die Kennenlernspiele altersadäquat eingesetzt werden.  

Denn ein Kennenlernspiel soll zwar Spaß machen, aber nicht lächerlich wirken. Ein Kennenlernspiel für die Grundschule wird in einer fünften Klasse im Gymnasium oder der Oberstufe höchstwahrscheinlich nicht ernst genommen. In dieser Lerngruppe verliert es somit seinen Mehrwert.  

 

Der spielerische Charakter eines Kennenlernspiels soll die Situation auflockern und Vorurteile schnell aus dem Weg räumen. Sie sollen in den Schüler*innen Neugierde wecken, etwas über ihre neuen Klassenkamerad*innen zu erfahren. 

Gute Kennenlernspiele für den Unterricht beschleunigen darüber hinaus das Zusammenwachsen als Gemeinschaft und stärken den Teamgeist. Dadurch fördern sie die Sozialkompetenz, die Selbstkompetenz und das Gruppenverhalten. Außerdem schulen die Schüler*innen ihre Sprachkompetenz, wenn sie etwas über sich selbst oder die anderen erzählen.    

Abbildung 1: Die 4 Säulen der Kennenlernspiele

Des Weiteren wird durch den spielerischen Charakter der Kennenlernspiele die Situation aufgelockert und Vorurteile werden schnell aus dem Weg geräumt. Kennenlernspiele sollen in den Schüler*innen Neugierde wecken, etwas über ihre neuen Klassenkamerad*innen zu erfahren.

Kennenlernspiele für die Grundschule

In der Grundschule treffen die Schüler*innen erstmals auf ihre neuen Klassenkamerad*innen. Einige kennen sich vielleicht schon aus dem Kindergarten, andere Gesichter sind neu für sie.  

 

Es ist oftmals gar nicht so leicht für Kinder, wenn sie neue Namen und Gesichter miteinander verknüpfen müssen. Kennenlernspiele helfen den Kindern nicht nur dabei, die Namen ihrer Mitschüler*innen kennenzulernen, sondern auch dabei erste Kontakte und Freundschaften zu knüpfen.  

 

In der Grundschule solltest du auf einfachere Spiele, die nicht zu komplex sind, zurückgreifen. Kennenlernspiele, die Bewegungen beinhalten, eignen sich besonders gut für jüngere Schüler*innen. Damit das Kennenlernen untereinander ein voller Erfolg wird, verraten wir dir einige Spiele, die sich optimal dafür eignen.  

Paula mag Pizza

Dieses Kennerlernspiel für die Grundschule eignet sich gut für den Einstieg. Die Kinder sitzen im Stuhlkreis, so dass sie sich untereinander sehen können. Jedes Kind überlegt sich eine Sache oder ein Tier, welches es mag und mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie sein Vorname. Die Schüler*innen stellen sich dann nacheinander vor.  

 

Am besten gibst du als Lehrperson ein Beispiel. Das könnte beispielsweise sein: „Ich heiße Paula und mag Pizza“ oder „Ich bin Dora und mag Delfine“.  

 

Wenn du das Spiel etwas schwieriger gestalten möchtest, dann lass das nächste Kind wiederholen, was davor gesagt wurde: „Das ist Paula und sie mag Pizza. Ich bin Dora und mag Delfine.“  

 

Man kann das Kennenlernspiel auch um Bewegungen erweitern. Paula sagt: „Ich bin Paula und mag Pizza.“ und imitiert dabei, wie sie eine Pizza isst. 

Papier-Schneeballschlacht

Für dieses Spiel benötigt jede*r Schüler*in einen kleinen Zettel, auf dem er oder sie drei seiner oder ihrer Eigenschaften notiert oder zeichnet. Das kann zum Beispiel sein: Ich habe einen Hund. Meine Lieblingsfarbe ist blau. Ich spiele Gitarre.  

 

Wenn alle damit fertig sind, werden die Zettel zu kleinen Kugeln zerknüllt und die Papier-Schneeballschlacht kann beginnen! Man kann die Kinder ruhig einige Minuten damit spielen lassen, bevor man die Schneeballschlacht beendet.  

 

Jedes Kind nimmt im Anschluss eine Papierkugel und sucht die passende Person dazu. Ist diese gefunden, stellen sich die beiden Kinder einander vor. Dies kann beliebig oft wiederholt werden. Die Schüler*innen können auf diese Weise viele ihrer neuen Mitschüler*innen kennenlernen. 

Alle, die...

Auch bei diesem Kennenlernspiel bildet ihr zunächst einen Stuhlkreis. Ein*e freiwillige*r Schüler*in stellt sich in die Mitte und sein oder ihr Stuhl wird entfernt. Die Person in der Mitte sagt nun: „Alle, die …. (zum Beispiel: gerne Pizza essen)“.  

 

Nun müssen alle Schüler*innen, die gerne Pizza essen, ihre Plätze tauschen. Die Person in der Mitte versucht ebenfalls, einen freien Platz zu ergattern und sich auf einen freien Stuhl zu setzen. Die Person, die keinen Platz findet, ist als Nächstes an der Reihe.  

 

Das kann beliebig oft wiederholt werden. Wenn die Schüler*innen Schwierigkeiten haben, Ideen zu finden, kannst du ein paar Beispiele liefern. 

Spinnennetz

Für ein bisschen mehr Bewegung sorgt das Spinnennetz-Spiel. Als die Vorbereitung musst du lediglich ein großes Wollknäuel besorgen.  

 

Um loszulegen, stellt ihr euch alle in einen Kreis. Du beginnst, indem du deinen Namen nennst und weitere Eigenschaften von dir nennst. Zum Beispiel: „Ich heiße Nadja, bin 28 Jahre alt, mein Hobby ist Tanzen und ich esse am liebsten Nudeln mit Tomatensauce.“ 

 

Dann hältst du die Schnur des Wollknäuels fest und wirfst es einem Schüler oder einer Schülerin zu. Diese Person ist als nächstes mit einer kurzen Vorstellung dran und wirft das Wollknäuel anschließend weiter, während es den Faden in der Hand behält.  

 

Mit jeder weiteren Person webt ihr gemeinsam ein Spinnennetz zwischen euch. Das Kennenlernspiel endet, wenn jede*r einmal dran war.  

Kennenlernspiele für höhere Klassen

Egal in welcher Altersgruppe, Kennenlernspiele brechen das Eis, schaffen ein Zugehörigkeitsgefühl und stärken die Klassengemeinschaft gleich zu Beginn. Und das alles in einer entspannten Atmosphäre! Vor allem in höheren Klassen ist es aber wichtig, dass das Kennenlernspiel nicht zu kindisch ist. Deshalb kannst du auch komplexere Kennenlernspiele mit abstrakten Regeln einsetzen. 

Two Truths and a Lie

Für einige Lacher sorgt das Spiel „Zwei Wahrheiten und eine Lüge“. Vor allem, wenn du als Lehrkraft die Schüler*innen noch nicht kennst, kannst du dich der Klasse humorvoll vorstellen. Schreib dazu als Einstieg drei Fakten über dich an die Tafel und lass die Schüler*innen Fragen dazu stellen. 

Gehe mit einem lustigen Beispiel voran: 

 

  1. Ich mache jeden Tag Sport. 

  1. In den Sommerferien war ich in Buxtehude. 

  1. Morgens brauche ich als erstes einen Kaffee. 

 

Entweder entlarven die Schüler*innen gemeinsam nur deine Lüge, oder kommen in einer neuen Lerngruppe auch selbst zum Zug. Dafür notiert jede*r Schüler*in drei Fakten über sich auf einen leeren Din-A4-Zettel. Einer dieser Fakten soll aber eine Lüge sein. Dies könnte wie folgt aussehen: 

 

  1. Ich habe zwei Geschwister. 

  1. Mein Opa kommt aus den USA. 

  1. Mein Lieblingstier ist das Pferd. 

Jede*r klebt sich dann seinen Zettel auf die Brust und geht damit durch das Klassenzimmer. Wenn sie auf jemanden treffen, lesen sie sich die drei Fakten durch und raten nacheinander, welcher davon nicht stimmt.  

Nach 15 Minuten kann man einige Beispiele im Plenum nennen. Falls sich noch nicht alle ausgetauscht haben, können die anderen Mitschüler*innen Fragen stellen, um die Lüge zu erraten.  

Finde jemanden, der...

Dieses Kennenlernspiel für den Unterricht verbindet Bewegung und eine Art Speed-Dating. Die Schüler*innen stellen sich gegenseitig kurz vor und bekommen konkrete Fragen dazu an die Hand.  

 

Für die Umsetzung erstellst du ein Arbeitsblatt mit einem Raster (zum Beispiel 3 x 3 oder 3 x 4). Die unterschiedlichen Felder füllst du mit Aussagen wie Finde jemanden, der gerne Fußball spielt oderFinde jemanden, dessen Lieblingsfarbe Grün ist.  

 

Aufgabe der Schüler*innen ist es, durch die Klasse zu gehen und für jedes Feld eine Person zu finden, auf die das zutrifft. Wenn sie jemanden finden, der zur Aussage passt, notieren die Schüler*innen den Namen im jeweiligen Feld.  

 

Je nach Anzahl der Fragen kannst du pro Gespräch einen Timer von zwei Minuten stellen. Die Schüler*innen sollten darauf achten, nur einmal mit jeder Person zu sprechen.  

 

Das Spiel ist beendet, wenn zu jedem Feld eine Person gefunden wurde. Ansonsten kann man es auch nach Ablauf von beispielsweise 20 Minuten beenden. Danach erzählen die Schüler*innen, wen sie zu welchem Feld gefunden haben.  

 

Online findest du zahlreiche Vorlagen zu diesem Kennenlernspiel und kannst eine davon verwenden, abwandeln oder deine eigene Version erstellen. 

Die Kugellager-Methode

Dieses Kennenlernspiel eignet sich sowohl für die fünfte Klasse als auch für die Oberstufe. Hier können die Schüler*innen sich in einer entspannten Gesprächsatmosphäre besser kennenlernen und zu einem bestimmten Thema äußern.  

Die Schüler*innen bilden zwei Kreise: einen Außenkreis und einen Innenkreis. Sie stehen mit ihren Gesichtern zueinander. Du als Lehrperson gibst den Schüler*innen einen Impuls, worüber sie in der vorgegebenen Zeit für zwei Minuten sprechen sollen. Beispiele für Impulse sind: 

 

  • Was war dein schönstes Erlebnis in den Ferien? 

  • Was ist dein Lieblingstier?  

  • Was ist dein liebstes Hobby? 

 

Für das Gespräch selbst kannst du einen Timer stellen. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit gibst du eine Rotationsregel vor. Zum Beispiel geht der Außenkreis einen Platz nach links oder der Innenkreis geht zwei Plätze nach rechts. Wenn die Schüler*innen zum Stehen kommen, beginnt die nächste Gesprächsrunde.  

 

Die Impulse sollten kreativ und abwechslungsreich sein. Im Optimalfall hat jede*r Schüler*in aus dem Außenkreis am Ende mit jede*r Schüler*in aus dem Innenkreis gesprochen. 

Steckbrief finden

Ein weiteres Kennenlernspiel ist die Suche nach dem passenden Steckbrief. Vor allem in der fünften Klasse ist es super, um sich gegenseitig besser kennenzulernen. Der Aufwand dafür ist jedoch etwas größer.  

 

Für die Vorbereitung erstellst du Arbeitsblätter mit einem leeren Steckbrief. Alternativ schreiben die Schüler*innen die Fragen selbst auf ein leeres Papier. Neben allgemeinen Dingen wie Alter und Augenfarbe können zum Beispiel diese Fragen beantwortet werden: 

 

  • Wie viele Geschwister hast du? 

  • Was ist dein Lieblingsschulfach? 

  • Was machst du am liebsten in deiner Freizeit? 

  • Wenn ich eine Superkraft hätte, wäre das… 

 

Die Schüler*innen füllen dann ihren Steckbrief individuell aus. Einzig ihren Namen dürfen sie nicht darauf schreiben. Wenn die Steckbriefe fertig sind, sammelst du sie ein.  

 

Anschließend setzt ihr euch in einen Sitzkreis und geht die Steckbriefe nacheinander durch. Du liest die Antworten vor und die Klasse darf gemeinsam raten, wessen Steckbrief es ist.  

Tipps für Lehrkräfte, die die Schüler*innen noch nicht kennen

Der Start in einer neuen Klasse ist immer aufregend, vor allem, wenn man noch im Referendariat ist oder an eine neue Schule kommt. In der ersten gemeinsamen Stunde legst du nicht nur das Fundament für eine gute Klassengemeinschaft, sondern auch für die Beziehung zu deinen Schüler*innen.  

 

Deshalb ist es umso wichtiger, dich darauf vorzubereiten und ein passendes Format zu finden, mit dem du dich vorstellen möchtest. Was möchtest du mit deinen Schüler*innen teilen? Welches Kennenlernspiel fühlt sich dafür richtig an? 

 

Genauso wichtig ist es, zuzuhören, wenn du etwas über deine neuen Schüler*innen erfährst. Was macht sie besonders? Wofür schlägt ihr Herz? Nimm dir ruhig Zeit für das erste Kennenlernen und zeige deinen Schüler*innen, dass du sie als Menschen kennenlernen möchtest und es nicht nur um ihre Leistungen im Unterricht geht. 

Fazit zu Kennenlernspielen zum Start ins neue Schuljahr

Abbildung 2: Übersicht der Kennenlernspiele für Grundschule und höhere Klassen

Kennenlernspiele am ersten Schultag sind keine verschwendete Zeit, sondern unglaublich wichtig, wenn neue Gesichter aufeinandertreffen. Sie helfen dabei, die Stimmung aufzulockern, das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Außerdem stärken sie unterschiedliche Kompetenzen der Schüler*innen wie zum Beispiel die Sozialkompetenz und die Kommunikationsfähigkeit. 

Damit sie ihren Zweck erfüllen, solltest du Kennenlernspiele für den Unterricht gemäß dem Alter der Schüler*innen und der jeweilige Lerngruppe auswählen. Die hier vorgestellten Kennenlernspiele für die Grundschule und für höhere Klassen geben dir Inspiration, wie du deine erste Stunde nach den Ferien gestalten und bestens vorbereitet ins neue Schuljahr starten kannst. 

Welche Kennenlernspiele funktionieren gut?

Solange ein Kennenlernspiel passend zur Lerngruppe ausgesucht wird, funktioniert es in der Regel auch. Je nach Alter sollte es die Schüler*innen weder unter- noch überfordern. Gleichzeitig sollte es sie neugierig machen und sie motivieren, mitzumachen. 

Welche Kennenlernspiele für den Unterricht gibt es?

Kennenlernspiele für die Grundschule sind zum Beispiel das Spinnennetz oder die Papier-Schneeballschlacht. Für höhere Klassen eignet sich beispielsweise Zwei Wahrheiten, eine Lüge. 

Wie gestaltet man ein Kennenlernspiel lustig?

In vielen Kennenlernspiel kannst du als Lehrkraft Impulse in Form von Fragen vorgeben. Statt nur die typischen Steckbrief-Fragen zu nutzen, kannst du etwas kreativer sein. Frag zum Beispiel, welches Tier man am ehesten wäre oder welche Superkraft man hätte.   

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