#Unterricht #Tipps

Ordnung im Klassenzimmer: So geht‘s

Uhr

Konzentriertes und störungsfreies Lernen im Klassenzimmer – davon träumt wohl jede Lehrkraft. Es gibt jedoch viele Einflussfaktoren, die diese Atmosphäre ins Wanken bringen können. Dazu zählt auch Unordnung im Klassenzimmer. Wer sich schon vor dem Beginn eines Schuljahres ein gutes Konzept überlegt, wie Ordnung geschaffen und gehalten werden kann, ist deshalb klar im Vorteil. Aber warum ist ein aufgeräumtes Klassenzimmer eigentlich so wichtig? Mit welchen Maßnahmen kannst du das Klassenzimmer besser organisieren? Und wie kannst du deine Schüler*innen motivieren, dabei mitzumachen? Wir beantworten dir all diese Fragen und zeigen dir einige Tricks, die für mehr Freude am Lernen und Lehren sorgen.

Aufgeräumte Klassenzimmer ermöglichen ein gutes Lernklima

Schüler*innen und Lehrer*innen verbringen viel Zeit im Klassenzimmer. Damit sie sich dort gerne aufhalten und wohlfühlen, sollte der Raum ansprechend gestaltet sein. Ein gut strukturiertes und ordentliches Klassenzimmer trägt dadurch zu einer positiven Lern- und Lehrumgebung bei.

Ein vollgestellter Arbeitsplatz, ein muffiger Geruch in der Luft oder Papierfetzen auf dem Boden – wer kennt sie nicht, die vielen kleinen Details, die im Klassenzimmer für Unruhe sorgen und die Konzentration beeinträchtigen. Um Ablenkungen zu reduzieren und mehr Raum für Produktivität zu schaffen, solltest du das Klassenzimmer sinnvoll strukturieren und deine Klasse für die Vorteile von Ordnung und Sauberkeit sensibilisieren.

Tipps rund um die Organisation des Klassenzimmers

Um das Klassenzimmer sinnvoll zu organisieren, solltest du dir ein Konzept überlegen, um den Raum zu gliedern und ordentlich zu halten. Wir haben einige Tipps für dich, die du dabei beachten solltest.

Abbildung 1: 7 Tipps für ein ordentliches Klassenzimmer

Klare Raumaufteilung

Grundlegend für ein ordentliches Klassenzimmer ist die Aufteilung des Raumes. Wie sollen die Tische und Stühle angeordnet werden? Je nachdem, was in deiner Klasse besser geeignet ist, kannst du die Tische zum Beispiel in einer U-Form oder in Reihen aufstellen. Wichtig ist, dass alle Schüler*innen auf die Tafel blicken können und du problemlos jeden Platz erreichen kannst.

Vor allem in der Grundschule gibt es oft Bereiche wie eine Computerecke, eine Mal- und Bastelecke oder eine Leseecke. Diese Bereiche sollten klar voneinander getrennt und jeweils gut strukturiert sein.

Deine Schüler*innen sollten sich problemlos selbst im Klassenzimmer orientieren und eigenständig arbeiten können. Dabei helfen entsprechende Markierungen, Aufkleber, Symbole, Farben und Beschriftungen.

Ordnungsdienst einführen

Um das Klassenzimmer ordentlich und sauber zu halten, sollten die Schüler*innen regelmäßig anfallende Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen. Dazu kannst du einen Ordnungsdienst einführen.

Der Ordnungsdienst kann immer von 2 Schüler*innen gemeinsam erledigt werden. Deine Schüler*innen können sich zu Beginn des Schuljahres in Teams zusammenfinden und ihr legt gemeinsam eine Reihenfolge fest. So stellst du sicher, dass alle Schüler*innen mindestens einmal drankommen.

Unser Tipp: Am besten legst du bestimmte Zeiten für die Aufgaben fest, damit der Ordnungsdienst reibungslos funktioniert. Zum Beispiel kann vor der ersten Stunde und in den Pausen gelüftet, herumliegender Müll zwischen den Unterrichtsstunden eingesammelt und die Tafel nach der letzten Stunde gewischt werden.

Schrank für Lehrer*innen-Utensilien

Du solltest zumindest im Pult mehrere Fächer haben, um ein paar deiner Unterlagen und Utensilien im Klassenzimmer unterzubringen. Darin kannst du zum Beispiel auch das Klassenbuch und Materialien verstauen, die von allen Lehrkräften der Klasse verwendet werden.

Noch besser ist ein zusätzlicher geschlossener Schrank, in dem weitere Materialien für die Unterrichtsvorbereitung Platz finden. Gut beschriftete Kisten oder farblich unterschiedliche Ordner helfen dir, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig sorgen die Schranktüren rein optisch für mehr Ordnung.

System für Papierablage entwickeln

Ob Kopiervorlagen, Arbeitsblätter für die Klasse, Informationen von der Schulleitung oder Elternbriefe, im Schulalltag kommen täglich neue Papiere dazu. Oft finden Lehrer*innen nicht die Zeit, um sie dann ad hoc durchdacht und sinnvoll abzulegen. Deshalb solltest du bereits zu Beginn des Schuljahres ein System für deine Papierablage entwickeln. Lege dafür einfach Orte fest, an denen du bestimmte Papiere sammelst.

Du kannst beispielsweise zwei Briefablagen auf dem Pult im Klassenzimmer platzieren. Eine Ablage dient allen Papieren, die neu eintrudeln und die du noch bearbeiten musst. In der anderen Ablage kannst du Ausdrucke sammeln, die du beispielsweise in der Klasse verteilen möchtest. Wenn der Klassenraum von unterschiedlichen Klassen genutzt wird, kannst du diese Ablage genauso gut an deinem Schreibtisch im Lehrerzimmer umsetzen.

Unser Tipp: Nimm diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter – wer sich schon im Voraus mit einer sinnvollen Ordnung für die eigenen Unterlagen beschäftigt, erspart sich im oft hektischen Schulalltag viel Zeit.

Wände nicht zu voll hängen

Behalte im Hinterkopf, dass das Klassenzimmer nicht zu einem Wohnzimmer werden soll. Hier gilt oft: Weniger ist mehr! Zu viele Reizangebote und Dekorationen können nämlich auch ablenken.

Im Klassenraum kannst du bestimmte Wandflächen für unterschiedliche Aushänge vorsehen. Es sollte einen Bereich für dauerhafte Aushänge geben, wie ein schwarzes Brett, den Stundenplan, einen Kalender und die Verhaltensregeln. An einer anderen Wand können Plakate zu Projekten aufgehangen werden. Achte darauf, dass alle Aushänge von überall aus gut sichtbar sind und nicht durch Schränke, Tische oder die Tafel verdeckt werden.

Platz für persönliche Sachen von Schüler*innen schaffen

Wenn das Klassenzimmer groß genug ist, können Schränke für die persönlichen Sachen der Schüler*innen platziert werden. Es sollte ein jeweils eigenes Fach für alle Schüler*innen geben. Darin können sie zum Beispiel Bastelutensilien oder einen Turnbeutel verstauen. Zudem sind freie Ablageflächen praktisch, auf denen die Schüler*innen Arbeiten ausstellen oder Zwischenergebnisse lagern können.

Fundkiste aufstellen

In der Klassengemeinschaft kann schnell mal etwas verloren geht. Anstatt dass Stifte, Trinkflaschen oder Arbeitshefte wahllos im Klassenzimmer platziert werden, gibt es mit einer Fundkiste einen festen Ort für Fundstücke.

Wie du deine Schüler*innen zum Aufräumen motivierst

Um gemeinsam an einem Strang zu ziehen, sollten deine Schüler*innen den Sinn von Ordnung verstehen. Sprich mit ihnen darüber, wie ein aufgeräumter und sauberer Raum dafür sorgt, dass man sich selbst wohler und produktiver fühlt.

Im nächsten Schritt solltest du gemeinsam mit deinen Schüler*innen überlegen, wie ein gutes Lernklima kreiert werden kann. Ihr könnt zum Beispiel gemeinsam Verhaltensregeln erarbeiten: Wie geht man achtsam mit den Gegenständen im Klassenzimmer um? Welche Verantwortung trägt jede*r selbst, wenn es um Ordnung und Sauberkeit geht? Die Regeln und Bemerkungen können die Schüler*innen schriftlich auf einem Plakat festhalten.

Vor allem in der Grundschule kannst du für dieses Thema ruhig etwas mehr Zeit einplanen. Dabei muss es nicht nur um die allgemeine Ordnung im Klassenzimmer gehen. Gemeinsam könnt ihr auch Tipps erarbeiten, wie man seinen Ranzen, den eigenen Tisch und das Mäppchen aufräumt und sauber hält.

Fazit: Ein gutes Ordnungssystem ist die halbe Miete

Wer sich schon vor Beginn des Schuljahres ein gutes System überlegt, um mehr Ordnung im Klassenzimmer zu schaffen, legt einen wichtigen Grundstein für eine gute Lern- und Lehratmosphäre. Damit die Ordnung von Dauer ist, solltest du deine Klasse in der Umsetzung miteinbeziehen. Deine Schüler*innen werden sich eher für die Sauberkeit im Klassenzimmer verantwortlich fühlen, wenn du mit ihnen über die Vorteile eines aufgeräumten Klassenzimmers sprichst und sie selbst Verhaltensregeln erarbeiten lässt.

Du bist Lehramtsstudent*in oder Referendar*in?

Fit4Ref ist eine kostenlose Lehramts-Community. Wir unterstützen dich mit vielen Vorteilen in jeder Phase auf deinem Weg zur Lehrtätigkeit. Sichere dir als LA-Student*in oder Referendar*in den Zugang zur Mediathek, der umfangreichen Unterrichtsmaterialdatenbank und vielen weiteren Vorteilen.

Weitere Vorteile entdecken
Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare. Mach den Anfang! ;)