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Gruppenarbeit spannend gestalten: Methoden und Tipps

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Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: Gruppenarbeiten. Im Gegensatz zum Frontalunterricht spielt hier nicht die Lehrperson die Hauptrolle, sondern die Schüler*innen selbst. Vielen Studierenden und Referendar*innen bereiten Gruppenarbeiten aber ziemliches Kopfzerbrechen. Gruppenarbeiten bieten sowohl für Lehrkräfte als auch Schüler*innen zahlreiche Vorteile, wenn sie richtig eingesetzt werden. Aber wie plane ich eine Gruppenarbeit richtig und wie gestalte ich sie spannend? Worauf es bei Gruppenarbeiten ankommt und wie du diese spannend für deine Schüler*innen gestaltest, verraten wir dir in diesem Artikel! Noch unsicher, wie du deine Unterrichtsplanung gestalten sollst? Lies dir dazu unseren Artikel zum Thema Konzeption einer Unterrichtsstunde durch!

Die Vorteile von Gruppenarbeit

Gruppenarbeiten bieten zahlreiche Vorteile für Schüler*innen und können sich höchst positiv auf den Lernerfolg auswirken. Bei dieser Lernform steht nicht das individuelle Arbeiten der Schüler*innen im Fokus, sondern das Arbeiten als Team. Gruppenarbeiten fördern also die Teamfähigkeit und die Kooperation mit anderen. Zudem erweitern sie ebenso den Horizont der Schüler*innen, da sie andere Sichtweisen kennenlernen und Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven wahrnehmen. Dies steigert die eigenen Kompetenzen der Schüler*innen. Gruppenarbeiten bieten den Schüler*innen folgende Vorteile:

  • Höhere Motivation im Team
  • Abwechslung
  • Steigerung der Organisationsfähigkeit
  • Kennenlernen von neuen Perspektiven
  • Soziales Lernen

Methoden und Tipps für Gruppenarbeiten

Damit deine Gruppenarbeit erfolgreich wird, musst du allerdings einige Dinge beachten. Besonders wichtig für den Erfolg von Gruppenarbeiten ist die Vorbereitung dieser. Organisation ist hier das A und O! Damit eine Gruppenarbeit erfolgreich abläuft, müssen also gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Einerseits müssen Aufgaben klar verteilt werden und jedes einzelne Mitglied der Gruppe ist verantwortlich für seinen Teil. Andererseits ist die Gruppengröße von großer Bedeutung. Es empfiehlt sich hierbei eine Gruppengröße von maximal 5 bis 6 Schüler*innen. Zudem spielt die Einteilung der Gruppen eine wichtige Rolle, denn die Gruppen sollten leistungsmäßig etwa auf gleichem Niveau sein. Teilt man beispielsweise nur starke Schüler*innen in eine Gruppe und nur schwächere Schüler*innen in eine andere, wird das Endresultat der Aufgabe nicht den gewünschten Erwartungshorizont erfüllen. Die Schüler*innen möchten natürlich lieber selbst die Gruppen einteilen und mit ihren Freund*innen in derselben Gruppe sein. Teile deine Schüler*innen z. B. anhand des ersten Buchstabens ihres Vornamens ein, oder nach ihrem Geburtsmonat, der Farbe ihrer Haare, ihres Lieblingshaustieres etc. Die Lehrperson sollte sich die Einteilung der Gruppen also bereits bei der Planung überlegen und nicht wahllos einteilen bzw. dies nicht den Schüler*innen selbst überlassen. Ein weiterer Punkt, der für den Erfolg deiner Gruppenarbeit ausschlaggebend ist, ist die Festsetzung des Ziels. Das Ziel der Gruppenarbeit muss klar und konkret formuliert sein und für die Schüler*innen umsetzbar sein.

Tipp 1: Die richtige Organisation für deine Gruppenarbeit

Damit deine Gruppenarbeit erfolgreich wird und spannend für deine Schüler*innen, musst du deine Gruppenarbeit richtig planen und organisieren. Zuerst musst du dir überlegen, welche Materialien du für deine Gruppenarbeit benötigst und welche Medien du dafür einsetzt. Insbesondere bei jüngeren Schüler*innen ist es wichtig, dass die Lehrkraft die Materialien dementsprechend für die Schüler*innen aufbereitet und bereitstellt. Wenn deine Gruppenarbeit z. B. eine Präsentation eines Themas zum Ziel hat, solltest du als Lehrperson Plakate, Plakatstifte, Bastelmaterial, Arbeitszettel etc. zur Verfügung stellen.

Außerdem ist die Aufgabenverteilung von Bedeutung. Jedes Mitglied der Gruppe benötigt eine Aufgabe, für die es zuständig ist. Oftmals wird ein/e Gruppensprecher*in gewählt oder ernannt, auch die Rolle von Protokollführer*innen wird häufig eingesetzt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Zeitplan. Die vorgegebene Aufgabe muss innerhalb des festgesetzten Zeitrahmens bearbeitet und umgesetzt werden können. Hier gilt zu überlegen, ob man die Gruppenarbeit in einer einzelnen Unterrichtsstunde durchführt oder über mehrere Unterrichtsstunden hinweg daran arbeitet, was in der Regel der Fall ist. Eine einzelne Unterrichtsstunde bietet für die meisten Gruppenarbeiten einen zu kleinen Zeitrahmen. Doppelstunden eignen sich hervorragend oder man nimmt einfach eine zweite bzw. dritte Unterrichtsstunde für die Gruppenarbeit dazu.

Abbildung 1: Tipps zur Organisation deiner Gruppenarbeit

Tipp 2: Spannende Ideen für deine Gruppenarbeit

An dieser Stelle haben wir für dich zwei spannende Ideen für deine nächste Gruppenarbeit, die für jüngere als auch ältere Schüler*innen geeignet sind. Präsentationen und spielerische Aktivitäten eignen sich besonders gut für jüngere Schüler*innen. Bei älteren Schüler*innen sind Diskussionen zu umstrittenen Themen sehr beliebt.

World Café

Das „World Café“ ist eine Methode, die sich sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Schüler*innen gut einsetzen und adaptieren lässt. Bei dieser Methode gibt es mehrere Tische zu verschiedenen Aspekten/Themen. Die Schüler*innen werden in Kleingruppen eingeteilt. Jede Gruppe nimmt an einem Tisch Platz und arbeitet ihr vorgegebenes Thema aus. Dazu schreiben sie auf ein Flipchart, was sie über das Thema wissen/denken oder arbeiten vorgegebene Fragen aus. Wenn sie mit der Ausarbeitung des Themas fertig sind, wechseln die Teilnehmenden die Tische. Ein „Gastgeber“, der zuvor bestimmt wurde, bleibt am Tisch und trägt der neuen Gruppe die Ergebnisse der Gruppe vor. Nach einigen Minuten wechseln die Teilnehmer wieder den Tisch. Am Ende werden die Ergebnisse aller Gruppen noch einmal für alle vorgetragen.

Abbildung 2: World Café

Fish-Bowl Diskussion

Für ältere Schüler*innen eignen sich Diskussionen sehr gut als Austausch der Ergebnisse der Gruppenarbeit. Bei der Fish-Bowl Diskussion werden einige ausgewählte Schüler*innen in zwei Gruppen eingeteilt. Sie bekommen ein kontroverses bzw. umstrittenes Thema: Eine Gruppe argumentiert pro, die andere kontra. Die beiden Gruppen setzen sich jeweils zusammen und suchen nach Argumenten für bzw. gegen das Thema. Jede Gruppe ernennt eine/n Gruppensprecher*in, eine dritte, unparteiische Person kann die Rolle einer moderierenden Person übernehmen. Die Gruppenmitglieder sowie der/die Moderator*in nehmen im Innenkreis Platz, alle übrigen Schüler*innen bilden den Außenkreis und sind stille, aktive Zuhörer*innen. Möchte man sich als Zuhörer*in an der Diskussion beteiligen, kann man sich auf den einen freien Stuhl im Innenkreis – dem Goldfischglas – setzen und sein Argument vortragen.

Abbildung 3: Fish-Bowl Diskussion

Fazit zum Thema Gruppenarbeiten spannend gestalten

Gruppenarbeiten bieten zahlreiche Vorteile für Schüler*innen als auch Lehrpersonen. Sie zu sein. Möchtest du z. B. hoch konzentriert auf eine Lernzielkontrolle hinarbeiten, kann die Gruppenarbeit auch hinderlich sein. Gruppenarbeiten sollten auf Teile des Lehrplans zugeschnitten sein, für die sich soziales Lernen und Miteinander eignen. Der wichtigste Aspekt für eine erfolgreiche Gruppenarbeit ist die Organisation und beinhaltet Aufgaben, Ziel und Zeitplan. Zudem ist Kreativität gefragt: Eine langweilige Gruppenarbeit wird nicht das gewünschte Ergebnis zum Ziel haben, weshalb es sich lohnt, kreative und spannende Methoden für eine Gruppenarbeit auszuwählen. Diskussionen zu spannenden und kontroversen Themen kommen bei älteren Schüler*innen gut an, für jüngere Schüler*innen hingegen eignen sich eher Präsentationen oder spielerische Aktivitäten.

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