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Wie lang die Regelstudienzeit im Lehramt sein sollte

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Du möchtest Lehramt studieren, fühlst dich aber etwas überfordert mit den vielen Begriffen wie Regelstudienzeit, Höchststudiendauer und Referendariat? Keine Sorge, wir machen die Sicht für dich etwas klarer und erklären dir in diesem Artikel alles zum Thema Regelstudienzeit und was dieser Begriff überhaupt bedeutet.

© ThisisEngineering RAEng / Unsplash

Was ist die Regelstudienzeit?

Für jedes Universitätsstudium gibt es eine sogenannte Regelstudienzeit. Darunter versteht man die Dauer, in der ein bestimmtes Studium bei regulärem beziehungsweise idealem Studienverlauf abgeschlossen werden sollte. Die Regelstudienzeit ist also nichts anderes, als die Dauer, in der man sein Studium absolviert haben sollte, und dient zur Orientierung sowie als Rahmenlinie für Studierende. Regelstudienzeit gibt somit an, welche Dauer die Hochschule oder die Universität für ein bestimmtes Studium vorsieht. Die allgemeine Regelstudienzeit für ein Lehramtsstudium in Deutschland beträgt 10 Semester, also 5 Jahre. Es ist aber keineswegs eine Tragödie, wenn ein Studium nicht in der Regelstudienzeit absolviert werden kann, denn de facto kommen Studierende eher über die Regelstudienzeit als darunter. Eine Nichteinhaltung der Regelstudienzeit kann viele Gründe haben wie beispielsweise Nebenjobs oder Auslandsaufenthalte. Viele Studierende machen sich Sorgen, dass sich eine Überziehung der Regelstudiendauer negativ auf die spätere Jobsuche auswirken kann. Wenn du allerdings eine gute Begründung für die längere Studiendauer hast, weil du beispielsweise nebenbei gejobbt hast, wird das keine negativen Konsequenzen mit sich bringen. Allgemein gilt, dass die Regelstudienzeit heutzutage nicht mehr so eng gesehen wird, aber noch immer eine gute Orientierung für Studierende darstellt.

Regelstudienzeit vs. Mindeststudiendauer/Höchststudiendauer

Regelstudienzeit ist aber wahrscheinlich nicht der einzige Begriff, über den du hier oder da mal gestolpert bist. Was ist denn eigentlich der Unterschied zur Mindeststudiendauer? Und gibt es so etwas wie eine Höchststudiendauer? In den folgenden beiden Absätzen erfährst du dazu alles, was du wissen musst.

Mindeststudiendauer

Die Mindeststudiendauer wird oft auch Minimalstudienzeit genannt und bezieht sich auf die Dauer, in der das Studium im besten Fall abgeschlossen werden kann. Die Mindeststudiendauer erreicht man sozusagen, wenn man ein Studium unter der Regelstudienzeit abschließt. Dies ist zwar grundsätzlich möglich, dennoch tendieren Studierende eher dazu, über die Regelstudienzeit zu kommen.

Höchststudiendauer

Die Höchststudiendauer, oder auch Maximalstudienzeit genannt, bezeichnet die längste Dauer, die für ein Studium benötigt werden darf. Jedes Studium hat also eine vorgesehene Höchststudiendauer, in der es abgeschlossen werden muss. Die Maximalstudienzeit für Lehramtsstudien der Grundschule sowie Real- und Hauptschule beträgt 12 Semester, die Höchststudiendauer für angehende Gymnasiallehrer hingegen beträgt 14 Semester. In diesen 12 beziehungsweise 14 Semestern muss das Lehramtsstudium also abgeschlossen werden. Wenn ein Studium in dieser Zeit nicht abgeschlossen werden kann, wird es in der Regel als “Langzeitstudium” angesehen und Studierende müssen zusätzlich zum Semesterbeitrag Extragebühren bezahlen.

Studienaufbau für Lehramtsstudien

Im folgenden Absatz findest du die Regelstudienzeiten zu den unterschiedlichen Lehramtsstudien, sowie Informationen zur Gliederung des Lehramtsstudiums in Bachelor- und Masterstudiengang. Wenn du eventuell an einem dritten Unterrichtsfach interessiert bist, findest du hier auch alle Informationen zur Regelstudienzeit mit einem dritten Fach.

Regelstudienzeit für Lehramtsstudiengänge

Um als Lehrperson an einer Schule unterrichten zu dürfen, muss ein Bachelorstudium sowie ein aufbauendes Masterstudium absolviert werden. Im Anschluss daran erfolgt der Vorbereitungsdienst, bekannt als Referendariat. Das Lehramtsstudium besteht aus der Kombination von – in der Regel – zwei gewählten Fächern, den Bildungs- und Erziehungswissenschaften sowie einer Praxisausbildung.

Grundschule

Für Studierende, die eine Lehramtsausbildung für die Grundschule machen wollen, ist zuerst ein Bachelorstudium im Umfang von 180 ECTS (= Leistungspunkte) zu absolvieren. Die Regelstudienzeit für den Bachelor beträgt 6 Semester, also drei Jahre. Anschließend kann dann ein viersemestriger Masterstudiengang im Umfang von 120 ECTS angehängt werden. Die Regelstudienzeit dafür beträgt 4 Semester, also 2 Jahre. Danach erfolgt der Vorbereitungsdienst in der Grundschule, der 18 Monate umfasst. Für das Grundschullehramt müssen drei Fächer gewählt werden, wobei Deutsch und Mathematik verpflichtend sind. Als drittes Fach kann beispielsweise Sachunterricht, Musik oder Sport gewählt werden.

Realschule

Ebenso wie das Grundschullehramt beläuft sich das Lehramtsstudium für Haupt- und Realschulen auf 10 Semester und untergliedert sich in ein Bachelor- und ein aufbauendes Masterstudium. Die Regelstudienzeit des Bachelors beträgt ebenfalls 6 Semester, die des Masterstudiums 4 Semester. Anschließend erfolgt das Referendariat im Umfang von 18 Monaten. In der Regel wählen Studierende zwei Fächer für das Lehramtsstudium aus dem Fächerkanon aus. Wenn du mehr Informationen zu den einzelnen Fächern des Lehramtsstudiums haben möchtest, schau dir gerne den Blogbeitrag "Welche Fächer passen zu Dir" an!

Gymnasium/Gesamtschule

Die Regelstudienzeit für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen beträgt 6 Semester für das Bachelorstudium und vier Semester für das aufbauende Masterstudium. Nach dem Masterabschluss erfolgt ebenso die Absolvierung des Vorbereitungsdienstes im Umfang von 18 Monaten. Ähnlich wie beim Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I, wählen Studierende ebenso zwei Fächer aus einem Fächerkanon aus. Es besteht jedoch die Möglichkeit ein Erweiterungsfach dazuzunehmen.

Regelstudienzeit Bachelor/Master

Die Regelstudienzeit beträgt also für alle Lehramtsstudiengänge 10 Semester und ist untergliedert in einen Bachelor- sowie einen Masterstudiengang. Das Referendariat zählt nicht zur Regelstudienzeit dazu. Generell lautet die Regelstudienzeit für einen Bachelor 6 Semester. Nach Ende des dritten Studienjahres sollte man also seinen Bachelor abgeschlossen haben. Den Bachelor für das Lehramtsstudium schließt du entweder als B.Sc. (Bachelor of Science) oder B.A. (Bachelor of Arts) ab. Erst nach Abschluss des Bachelors kann der darauf aufbauende Masterstudiengang absolviert werden. Der Master für Lehramtsstudien beträgt 4 Semester, also zwei Studienjahre. Das Masterstudium wird mit dem Titel Master of Education (MEd) abgeschlossen.

Regelstudienzeit mit einem Erweiterungsfach

In der Regel wählen Studierende zwei Fächer aus dem Fächerkanon aus (mit Ausnahme der Grundschulausbildung). Es kann aber optional ein Erweiterungsfach ausgewählt werden, also ein drittes Fach. Ein weiteres Fach erfordert natürlich mehr Aufwand und hat Einfluss auf die Regelstudienzeit. Für Studierende, die ein Erweiterungsfach im Lehramtsstudium gewählt haben, erhöht sich die Regelstudienzeit um 2 Semester und beträgt somit insgesamt 12 Semester.

Staatsexamen und Referendariat

Nach erfolgreichem Abschluss des Masters of Education bzw. des Ersten Staatsexamens, wird man zum Vorbereitungsdienst zugelassen. Ob der Master of Education oder das Erste Staatsexamen notwendig ist, ist in den einzelnen Bundesländern geregelt. Auf jeden Fall beginnt danach die Vorbereitungsphase, das Referendariat. Dieses dauert zwischen 12 und 24 Monaten (12 / 18 / 21 / 24 Monate je nach Bundesland) und erfolgt an einer Schule der jeweiligen Lehramtsausbildung. Alle Informationen und Regularien zum Referendariat in den einzelnen Bundesländern findest du in unserem Artikel zum Lehramtsreferendariat. Nach erfolgreicher Absolvierung des Referendariats erfolgt das Zweite Staatsexamen. Wer das dann auch hinter sich gebracht hat, für den oder die heißt es dann: BACK TO SCHOOL. ;)

Fazit zum Thema Regelstudienzeit im Lehramt

Für jedes Studium gibt es eine Regelstudienzeit und für das Lehramtsstudium beträgt diese 10 Semester. Die Regelstudienzeit dient euch Studierenden aber als Orientierungshilfe beim Planen des Studiums und ist nicht in Stein gemeißelt. Mache dir also keine Sorgen, wenn du dein Studium nicht in der Regelstudienzeit absolvieren kannst, denn de facto geht es vielen Studierenden, aufgrund eines Nebenjobs oder anderen Faktoren, gleich. Wir hoffen, der Begriff Regelstudienzeit ist dir nun kein Rätsel mehr!

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