Grundschullehramt

In keinem anderen Lehramtsberuf habt ihr so viel Einfluss auf die Schülerinnen und Schüler – habt ihr das Grundschullehramt studiert, seid ihr maßgeblich an der Erziehung der euch anvertrauten Kinder beteiligt. Neben der Vermittlung von fachlichen Kenntnissen werden in der Grundschule überfachliche Kompetenzen aufgebaut.

Grundschullehramt

Ein weiterer wichtiger Bestandteil eurer Arbeit ist es, alle Kinder zu integrieren. Aber auch das Lernen an sich muss in dieser Phase gelehrt werden.

Hier gilt es, die individuellen Stärken und Schwächen im Rahmen des Grundschullehramts unter einen Hut zu bringen. Dies bedeutet viel Verantwortung und Stress – aber auch jede Menge Erfolgserlebnisse. Denn es gibt auch kein Lehramt, bei dem die Schülerinnen und Schüler euch so unvoreingenommen und motiviert entgegen kommen wie in der Grundschule.

Voraussetzungen und Studienstrukturen fĂĽr das Lehramt Grundschule

Grundsätzlich brauchst du die allgemeine Hochschulreife bzw. das Abitur um Grundschullehramt studieren zu können. Zwischen den Bundesländern gibt es jede auch Ausnahmen. Zum Beispiel kannst du in Sachsen das Studium Grundschullehramt beginnen, sofern du über eine abgeschlossene pädagogische Berufsausbildung verfügst. Zusätzlich musst du als Voraussetzung noch eine Hochschulzugangsprüfung bestehen. Das Bildungssystem in Deutschland und damit auch das Grundschullehramt wird zwar grundsätzlich vereinheitlicht, dennoch gibt es immer noch spezifische Voraussetzungen für die einzelnen Bundesländer.

Im Grundschullehramt Studium gibt es meistens keinen Studiengang, der nur allein auf Lehramt spezialisiert ist. In der Regel musst du zwei Kernfächer auf Lehramt studieren. Aus diesem Grund ist dein Notenschnitt bzw. der Numerus Clausus in erster Linie von den einzelnen Fächern relevant und nicht vom Studium Grundschullehramt an sich. Meistens sind an den deutschen Universitäten jedoch die Fächer für das Grundschullehramt zulassungsfrei. Das heißt es gibt keinen direkten Numerus Clausus für das Studium. Jedoch musst du noch als Nebenfach die Grundschulpädagogik oder Grundschuldidaktik wählen. Diese Fächer wiederum sind häufig zulassungsbeschränkt. Hier liegt der Numerus Clausus je nach Hochschule und Beliebtheit zwischen 1,5 und 3,5.

Trotz extrem vielfältiger Aufgaben wird der Studiengang "Lehramt Grundschule" häufig unterschätzt. Die Anforderungen an euch sind jedoch im fachlichen als auch im pädagogischen Bereich hoch. Daher ist das Studium an vielen Hochschulen grundsätzlich zulassungsbeschränkt. Wie das im Einzelnen aussieht, wird auf folgenden Seiten gut aufgezeigt:

Die Studienstrukturen in den Bundesländern sind unterschiedlich – nur in einigen Bundesländern ist es möglich, ein reines Studium "Lehramt Grundschule" zu absolvieren. Meist ist das Studium mit dem Lehramt für Hauptschulen oder Haupt- und Realschulen verbunden – eventuell mit der Möglichkeit eines Schwerpunktes. Daher unterscheidet sich zum Beispiel auch die Studienzeit zwischen 6 und 10 Semestern. Allgemeine Informationen zum Berufsbild erhaltet ihr hier:

Grundsätzlich besteht das Studium Lehramt aber aus einem Bachelor-Studium mit sechs Semestern und einem Master-Studium mit vier Semestern. Dabei absolvierst du bereits während des Bachelors deine ersten Praktika. Nach dem Master und einem positiv abgeschlossenen Staatsexamen und Referendariat mit der Dauer von zwei Jahren bist du Grundschullehrer*in.

Im Studium wird die Didaktik als Grundschullehrer*in fächerübergreifend vermittelt. Das ist in den meisten anderen Lehrämtern nicht der Fall. Die Kurse in Pädagogik bilden dabei die Basis für das Studium auf Grundschullehramt. Neben Erziehungswissenschaften und Bildungswissenschaften ist auch Psychologie häufig Teil des Studienplans.

Bereits nach positiver Absolvierung des Bachelors steht dir eine Beschäftigung in der Verwaltung, Jugendämtern oder in Verlagen für Lehrbücher offen. Der Großteil der Absolventen findet arbeitet nach dem Master-Studium je nach Fächerkombination an staatlichen oder privaten Grundschulen.

Inhalte des Studiums Grundschullehramt

Ein besonderes Merkmal für das Lehramt an Grundschulen ist die breite fachliche und praktische Ausbildung während des Studiums. Das Grundstudium umfasst dabei die Fächer Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie. Dazu kommen im späteren Verlauf des Studiums gesellschaftswissenschaftliche, philosophische oder theologische Studieninhalte.

Eine Besonderheit des Studiums auf Grundschullehramt ist das Studium eines Unterrichtsfaches und dazu mehreren Didaktik-Fächern. In deinem gewählten Unterrichtsfach erwirbst du vertiefte fachliche und didaktische Kenntnisse. In den Themen Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik verschaffst du dir im Studium ein vertieftes Wissen in den Themen der Primarstufe.

Referendariat

Nach Abschluss deines Studiums Grundschullehramt geht es im Anschluss an den Master direkt in das Referendariat. Dieses hat je nach Bundesland eine Dauer von 18 bis 24 Monaten. Während deiner Zeit im Referendariat sammelst du Praxiserfahrung nach dem eher theoretischen Studium. Der Ablauf dieses „Vorbereitungsdienstes“ ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Entsprechend des Aufbaus der Studiengänge in den verschiedenen Lehramtstypen erfolgt die praktische Ausbildung der Referendarinnen und Referendare. Die Ausbildung erfolgt dabei zum einen im Studienseminar und zum anderen im praktischen Einsatz in der Schule. Im Grundschullehramt findet letzterer in der Regel gleich ab der Einsatzschule statt.

Vielfalt im Grundschullehramt

Die Grundschule ist ein Ort an dem Kinder unterschiedlicher sozialer, familiärer oder religiöser Herkunft zusammenkommen. Dies macht die Arbeit als Lehrer*in zu einer besonderen Herausforderung. Eine solch heterogene Gruppe an Schülern prägt das Schulleben und den Unterricht an Grundschulen. Für die Schülerinnen und Schüler ist dabei der Unterricht im Klassenlehrerprinzip wichtig. Die Schüler*innen finden zu den Klassenlehrer*innen eine Bezugsperson, die sie in der Übergangsphase vom Kindergarten in die Schule und später in die weiterführende Schule begleitet. Als Lehrkraft unterrichtest du mehrere Fächer und gestaltest die Führung der Klasse auf Basis deines – im Studium und in der Praxis angeeigneten - Wissens und deiner erzieherischen Ziele.

Lehrermobilität

Was bedeutet Lehrermobilität? Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen ist es nicht immer einfach, im Berufsleben das Bundesland zu wechseln und es gibt viel zu berücksichtigen. Falls ihr schon jetzt plant, später in ein anderes Bundesland zu ziehen, könnt ihr dies gegebenenfalls bei der Uniwahl berücksichtigen. Erfahrt mehr hierzu in unserer Rubrik Lehrermobilität.

Einstellungschancen

Die Einstellungschancen hängen – nicht nur für das Grundschullehramt – sowohl in Bezug auf den Eintritt in das Referendariat als auch auf die Einstellung in den Schuldienst von den individuellen Voraussetzungen, der Bewerberlage und dem jeweiligen Bedarf ab. Dieser unterliegt regional, aber auch bezüglich der Unterrichtsfächer und der Lehrämter oft starken Schwankungen, sodass verbindliche Aussagen generell nur von der zuständigen Stelle nach Vorlage der entsprechenden Unterlagen erteilt werden können. Wie die Chancen in den nächsten Jahren generell stehen, eine Referendariats- oder Lehrerstelle zu erhalten, könnt ihr unter den statistischen Veröffentlichungen des Kultusministeriums nachlesen.

Last but not least: Männer ...

Das Grundschullehramt braucht Männer! Es gibt nur rund 15% Grundschullehrer – mehr wären wünschenswert. Also, wie wäre der Studiengang "Lehramt für Grundschulen"?

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