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Stundenverlaufspläne

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(C) JayramSarkar14 / shutterstock

Stundenverlaufspläne. Ein sehr deutsches Wort. Normalerweise lernt man diese Zettel oder Dokumente, mit denen man seinen Unterricht plant bzw. sichtbar macht, sehr schnell im Referendariat kennen. Das ist auch richtig so und Stundenverlaufspläne sind für angehende Lehrer*innen sehr nützlich, aber leider ist es so, dass verschiedene Fachleiter*innen auch verschiedene Ansprüche an Stundenverlaufspläne haben und du dich dementsprechend an diese Vorgaben halten musst. Aber wozu brauche ich eigentlich Stundenverlaufspläne und wie schreibe ich sie? Muss ich nach dem Referendariat weiterhin Stundenverlaufspläne schreiben? Alle Antworten und Informationen über die Stundenverlaufspläne findest du in diesem Artikel.

Was sind Stundenverlaufspläne?

Möglicherweise bist du bereits im Studium oder zumindest in einer deiner Praktika über das Wort Stundenverlaufsplan gestolpert. Ein Stundenverlaufsplan ist nichts anderes, als deine schriftliche Stunden- bzw. Unterrichtsplanung oder in anderen Worten, die Ausarbeitung deiner Stunde, die dir als Orientierungfür deine Unterrichtsstunde hilft und deshalb gerade im Referendariat sehr hilfreich ist. Während des Referendariats wird dein/e Fachleiter*in sich deine Stundenverlaufspläne ansehen und dir Feedback dazu geben.

Wozu brauche ich einen Stundenverlaufsplan?

Der Verlaufsplan erfüllt im Referendariat typischerweise zwei Funktionen gleichzeitig. Zum einen verdeutlicht es dem/r Seminarleiter*in, ob man gut geplant hat. Mit gut ist hier folgendes gemeint: Hat man es geschafft, dass die verschiedenen Teile der Unterrichtsstunde aufeinander aufbauen? Gibt es gute Übergänge und Gelenkstellen zwischen den einzelnen Teilen? Hat man einen Zeitpuffer eingebaut? Ist die Zeit realistisch eingeteilt? Aber mach dir keine Sorgen, niemand erwartet von dir, dass deine Stundenverlaufspläne von Anfang an perfekt und makellos sind. Wenn dein Zeitmanagement nicht immer ganz mit dem auf deinem Stundenverlaufsplan übereinstimmt ist das kein Weltuntergang, sondern ganz normal und kann von verschiedensten Faktoren abhängig sein. Grundsätzlich solltest du aber mit dem Thema deines Verlaufsplans durchkommen. Wenn du beispielsweise am Ende deiner Unterrichtsstunde immer noch in der Einstiegsphase hängst, weißt du, dass du deine Stunde zeitlich nicht gut aufgebaut hast und dies bei deiner nächsten Stundenverlaufsplanung berücksichtigen solltest. Deshalb ist es wichtig, einen Stundenverlaufsplan ordentlich und sorgfältig zu planen. Es ist besser, du investierst etwas mehr Zeit in eine gute Planung, als dass du diese Aufgabe schnell hinter dich bringst. Wie heißt das Sprichwort so schön? Gut geplant ist halb erledigt! Wenn du deinen Stundenverlaufsplan ordentlich geschrieben hast, kann deine Stunde nur gut werden!

Stundenverlaufspläne dienen nicht zur Kontrolle der Referendar*innen, sondern sind eine Hilfe für dich im Unterricht. Dein/e Fachleiter*in sieht aber, in wie fern du fähig bist, realistisch zu planen und den Unterricht umzusetzen. Die Pläne sind aber auch für einen selbst wichtig, denn man kann sich daran orientieren, wenn man im Unterricht in eine neue Phase wechselt. Ein guter Tipp ist es immer, dass man den eigenen Plan, also jenen, der beim Unterrichten vor einem liegt, mit zusätzlichen Informationen bereichert. Beispielsweise, weil man eine Impulsfrage wichtig findet. Oder weil man nochmals eine besondere Stelle hervorheben möchte. Dies kann man beispielsweise mit Post-It-Notizen machen.

Wie sieht ein Stundenverlaufsplan aus?

Wie sieht so ein Stundenverlaufsplan nun aus? Typischerweise befinden sich am Verlaufsplan die Unterrichtsphase, die Zeit, die die Phase braucht, die Methode und der Inhalt sowie die sogenannten Sozialformen. Diese beziehen sich auf die Arbeitsweise der Schüler*innen, also ob sie nun in der Gruppe zusammenarbeiten (GA), präsentieren (SP) oder aber in Einzelarbeit (EZ) arbeiten. Diese Abkürzungen können aber durchaus unterschiedlich sein und sollten daher immer mit der/m Seminarleiter*in abgesprochen werden. Etwaige Details solltest du aber mit deinen Fachleiter*innen besprechen, denn diese können durchaus unterschiedliche Ansprüche haben.

Am übersichtlichsten sind Stundenverlaufspläne in Form einer Tabelle. In der Tabelle solltest du nur so viele Zeilen erstellen, wie es Phasen in deiner Unterrichtsstunde gibt. Im Normalfall hat dein Stundenverlaufsplan dann 3 bis 4 Zeilen.

Wie schreibe ich einen Stundenverlaufsplan?

Zum Thema Stundenplanung und Konzipierung einer Unterrichtsreihe kannst du dir gerne auch unseren Artikel dazu durchlesen, der dir auch hilfreiche Tipps zur Planung und Strukturierung deines Unterrichts bietet. Bevor du mit der Verschriftlichung deiner Unterrichtsplanung beginnst, solltest du dir zuerst den Inhalt überlegen, den du in der Stunde behandeln möchtest. Darauf aufbauend wählst du dann den Einstieg, die Erarbeitungsphase, die Sicherung bzw. den Transfer und überlegst dir die Dauer dieser Phasen sowie die Sozialform. Nun weißt du, was ein Stundenverlaufsplan beinhaltet und wie du diesen schreibst. Beispiele für Stundenverlaufspläne sowie mehr Informationen dazu findest du bei Bobs Blog.

Brauche ich die Stundenverlaufspläne auch nach dem Referendariat?

Wenn du als eigenständige Lehrperson nach dem Referendariat eine Einstellung erhältst, musst du nicht mehr zwingend Stundenverlaufspläne schreiben. Viele meinen, dass man diese Aufgabe nach dem Referendariat ignorieren kann. Grundsätzlich ist es aber wichtig, dass du deine Stunde gut planst und weiterhin Stundenverlaufspläne zu schreiben ist nicht umsonst, denn so hast du stets eine Orientierungshilfe und einen Zeitplan für deinen Unterricht zur Hand. Natürlich kann sich das Format deines Stundenverlaufsplans ändern, beispielsweise kannst du alles etwas einfacher gestalten oder in Stichworten notieren. Deine Stundenverlaufspläne werden nach dem Referendariat vermutlich nicht mehr so ausführlich sein, aber dienen dir weiterhin als Anhaltspunkt für deine Unterrichtsstunden.

Fazit zum Stundenverlaufsplan

Oft werden Stundenverlaufspläne als große Last und Kontrollinstrument wahrgenommen. Dies ist aber eigentlich nicht so, denn ein Stundenverlaufsplan dient dir als Hilfe und Orientierung während des Unterrichtens. Gerade zu Beginn im deiner Lehrer*innenkarriere, dem Referendariat, ist es wichtig, dass du deine Unterrichtsstunden gut strukturierst und dir im Vorhinein Gedanken über den Ablauf machst. Im Zuge des Stundenverlaufsplans planst du das Thema, die Phasen, das Zeitmanagement sowie die Sozialformen, die du im Unterricht anwendest. Damit hast du ein fertiges Konzept für deine Unterrichtsstunde. Abhängig von deiner/m Fachleiter*in, musst du deinen Stundenverlaufsplan vermutlich an seine Vorgaben abändern und anpassen. Nach dem Referendariat musst du zwar nicht verpflichtend Stundenverlaufspläne schreiben, dennoch macht es Sinn, dies weiterhin zu machen. Natürlich werden deine Stundenverlaufspläne nach dem Referendariat aber anders aussehen. Mit der Erfahrung, die du während dem Referendariat gesammelt hast und deiner Routine im Planen, wirst du diese in Zukunft einfacher gestalten. Vor Stundenverlaufsplänen brauchst du dich nicht fürchten, denn sie sind viele eher dein Freund als dein Feind. Mittels eines gut strukturierten Stundenverlaufsplanes, bist du richtig für deine Unterrichtsstunde vorbereitet und kannst deinen Schüler*innen das wertvollen Unterricht bieten.

Bob Blume

Lehrer zu werden und zu sein ist in Zeiten der Digitalisierung eine riesige Herausforderung. Auf dem Blog von "Netzlehrer" Bob Blume findet ihr Anregungen für die digitale Arbeit, Impulse für den Unterricht und Hilfe für den Start ins Lehrerleben.

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