Allgemeines zum Lehrerberuf

Besoldung als Lehrer*in

Als Besoldung werden in Deutschland die Amtsbezüge (Bezahlung) der Richter und Beamten (also auch Lehrer) bezeichnet. Dabei handelt es sich um laufende Bezüge, die monatlich ausbezahlt werden. Sie werden durch Familienzuschläge, Amtszulagen, jährliche Sonderzahlungen und die vermögenswirksamen Leistungen ergänzt.

Besoldung als Lehrer/in
Money rules the world: Als Lehrer/in erhältst du laufende Bezüge, die sogenannte "Besoldung", (C) Sunny studio / Fotolia

Die Rechtsgrundlagen sind im Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) und im Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) geregelt, wobei die Bundesländer (siehe auch Landesbesoldungsgesetz, LBesG) als Folge der Föderalismusreform mittlerweile befugt sind, die Besoldung der Landesbeamten eigenständig zu regeln. Damit fällt die Besoldung verbeamteter Lehrer auch in die Hoheit der Bundesländer.

Besoldungsgruppen

Auch wenn jedes Bundesland eigene, von den unten aufgefĂĽhrten Besoldungsgruppen zum Teil abweichende Regelungen hat, lassen sich Lehrer allgemein in folgende Besoldungsgruppen einordnen:

  • A 9 bis A 13 gehören zum Gehobenen Dienst
  • A 13 bis A 16 gehören zum Höheren Dienst

Die Anwärterbezüge für das Referendariat belaufen sich auf ca. 1.282 € bei A 12 und 1.314 € bei A 13.

A12

  • Lehrer an Grundschulen mit einem Studium von mindestens sechs Semestern Dauer (ohne Beförderungsmöglichkeit)
  • Lehrer an Hauptschulen, Förderschulen, Realschulen sowie vergleichbare Lehrer fĂĽr die Sekundarstufe I und einem Studium von mindestens sechs Semestern Dauer je nach Schulform und Lehrbefähigung (in manchen Bundesländern mit einer Beförderungsmöglichkeit in die Besoldungsgruppe A 13 oder direkt in der Besoldungsgruppe A 13 [vor allem Realschule und Förderschule])

A13

  • Lehrer mit der Befähigung fĂĽr das höhere Lehramt an Gymnasien, Beruflichen Schulen und teilweise auch an Gesamtschulen sowie andere Lehrer mit der Lehrbefähigung fĂĽr die Sekundarstufe II (Studiendauer: mindestens acht Semester) (mit allgemeiner Zulage)

A14

  • Oberstudienrat

A15

  • Studiendirektor

A16

  • Schulleiter an Gymnasien (Oberstudiendirektor)
  • Schulleiter an Gesamtschulen (Leitender Gesamtschuldirektor)

Die Höhe der Besoldung von Lehrern kann in einer Grundgehaltstabelle abgelesen werden, die eine aufsteigende Erhöhung der Besoldung in Zwei-, Drei- bzw. Vierjahresintervalle aufweist.

Gehalt von angestellten Lehrern

Angestellte Lehrerinnen und Lehrer werden regelmäßig nach dem Tarifvertrag für die Länder (TV-L) bezahlt. Dies sind zwar in den Bundesländern - ausgenommen Hessen - identisch, jedoch unterscheiden sich die Schulformen, weshalb es bei den einzelnen Bundesländern zu unterschiedlichen Eingruppierungen und damit Gehältern kommt. So werden in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen die drei Schulformen Haupt- und Realschule sowie Gymnasium nach wie vor parallel geführt. I n den anderen sind sie (teilweise parallel zum alten System) in Gesamt-, Mittel-, Ober-, Gemeinschafts-, Sekundar-, Regel- oder Stadtteilschulen in einem Haus vereint. Für Angestellte bei kommunalen Arbeitgebern, zum Beispiel Lehrkräfte an kommunalen Schulen in Bayern, gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Die Bruttogehälter von verbeamteten und angestellten Lehrenden sind zwar durchaus vergleichbar sind, jedoch fällt das Nettogehalt bei den Beamten in der Regel höher aus. Der Grund dafür ist, dass diese keine Renten-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung bezahlen, weshalb ihre Abzüge geringer sind. Beispielsweise bleiben einer 35 Jahre alten, verbeamteten Gymnasiallehrerin in Nordrhein-Westfalen, die keine Kinder hat, in Vollzeit arbeitet und seit acht Jahren im Dienst ist, von 4.800 Euro nach allen Abzügen ca. 3.500 Euro. Ohne den Beamtenstatus hätte sie ein Nettogehalt von 2.900 Euro monatlich zur Verfügung. Hätte die verbeamtete Lehrerin eigene Kinder, kämen zusätzlich noch die Kinderzulagen dazu. Für Tarifangestellte gilt dies nicht.

Grundschullehrer: Gehalt in den Besoldungsgruppen A 12 und A 13

Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer werden in ihrer schulischen Laufbahn nach wie vor in vielen Bundesländern lediglich in die Besoldungsgruppe A 12 (gehobener Dienst) eingeordnet, obwohl sie das Fundament dafür bereiten, was Kinder in ihrer schulischen Laufbahn erreichen können. Sie gehören damit zu den relativen Geringverdienern an den deutschen Schulen – trotz Masterabschluss, Referendariat und zweitem Staatsexamen, was eigentlich für einen Berufseinstieg in den höheren Dienst (ab Besoldungsgruppe A 13) qualifiziert. Der finanzielle Unterschied ist deutlich und die Diskrepanz lag gegen Ende 2019 bei rund 500€.

Diesen Fakt kritisiert die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) schon seit Jahren. Sie kämpft für eine bundeseinheitliche Regelung und eine Besoldung nach A 13 auch für Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer. In der Hälfte der Bundesländer war die GEW nach eigenen Angaben bereits erfolgreich: In diesen wird schon A 13 für alle akademischen Lehrämter bezahlt, es läuft ein Stufenplan mit dem Ziel der Anhebung der Gehälter auf A 13 oder das entsprechende Gesetzgebungsverfahren ist zumindest angekündigt.

Haupt- und Realschullehrergehalt

Wie Grundschullehrkräfte werden auch Lehrende an Haupt- und Realschulen laut Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in einigen Bundesländern noch in die Gehaltsgruppe A 12 eingestuft. Dies ist in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Bayern der Fall (2021). In Niedersachsen wird die Anhebung verhandelt. In allen übrigen Bundesländern erfolgt eine Besoldung nach A 13.

Gerade Lehrende an Hauptschulen sehen sich häufig mit herausfordernden Unterrichtssituationen konfrontiert. Zudem sind ihre Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt, weil es an Haupt- und Realschulen weniger Leitungs- und Koordinationsstellen gibt. Ein Aufstieg in die besser bezahlten Besoldungsgruppen A 13, A 14 oder A 15 ist nur für Rektorinnen und Rektoren sowie deren Stellvertreter vorgesehen.

Gymnasiallehrer: Gehalt und Aufstiegschancen

Bei den Gehaltsregelungen zwischen den Bundesländern ist eine Gemeinsamkeit die generelle Eingruppierung von Gymnasiallehrkräften in die Besoldungsordnung A 13. Sie verdienen unter den Lehrkräften generell am besten im Vergleich zwischen den allgemeinbildenden Schulen. Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt für Beamtinnen und Beamte in der Besoldungsgruppe A 13 bei rund 4.200 Euro im Jahr 2021. Dabei beträgt die Diskrepanz im Gehalt zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Bayern ca. 500€ monatlich. Nach etwa 26 Berufsjahren liegt der Schnitt bei circa 5.400 Euro.

Fazit

Zusammenfassend muss man bei der Besoldung von Lehrkräften zwischen den Beamtinnen und Beamten und den angestellten Lehrer*innen unterscheiden. Bei Beamtinnen und Beamten spricht man deshalb von "Besoldung", da sie rein rechtlich nicht für die Arbeit bezahlt, sondern für die Wahrnehmung eines Amtes finanziell unterstützt werden. Beamte erhalten also eine Art Unterhaltszahlung, die ihnen und ihrer Familie eine angemessene Lebenshaltung ermöglicht. Deshalb gibt es im Beamtenrecht weiterhin Kinderzuschläge, die im Tarifrecht abgeschafft sind. Die Besoldung hängt dabei zum einen von der Einstufung in die jeweilige Besoldungsgruppe ab und zum anderen davon in welchem Bundesland man arbeitetet. Bei den Unterschieden zwischen den Bundesländern ist im Allgemeinen die Besoldung in den südlichen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg) höher angesetzt als in den nördlichen Bundländern (Mecklenburg-Vorpommern).

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