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Vorlesungen nachbereiten - die halbe Miete für gute Noten

Wer es im Lehramtsstudium ernst meint und die Vorlesungen nachbereitet, ist klar im Vorteil. Während die Termine für die Lehrveranstaltungen fest im Stundenplan stehen, wird die Nachbereitung jedoch oft auf die lange Bank geschoben. Sie klingt für viele wie eine lästige Zusatzaufgabe, die Zeit frisst oder gar nicht nötig ist. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Wer sich direkt die Zeit dafür nimmt, lernt die Inhalte effektiver und langfristiger. Du kommst so nicht nur besser mit den darauf aufbauenden Vorlesungen mit, sondern musst vor der Prüfungsphase nicht alle Vorlesungen auf einmal nacharbeiten. Deshalb zeigen wir dir hier praxisnahe Strategien, wie du deine Vorlesungen bestmöglich nutzt und effizient nachbereitest. 

Frau am Laptop

Verschaff dir einen Überblick: Vorlesungen müssen vor- und nachbereitet werden

Damit das Lernen leichter fällt, solltest du Vorlesungen sowohl vor- als auch nachbereiten. Schau dir jedes Modul zu Beginn des Semesters genau an: 

  •  Um welches Hauptthema und welche Unterthemen geht es? 
  • Wie ist die Vorlesungsreihe aufgebaut? 

  • Gibt es Literaturempfehlungen, die zur Vorbereitung bearbeitet werden sollen? 

Meist starten die Veranstaltungen mit Grundlagen, aber die Themen werden im Verlauf des Semesters immer anspruchsvoller. Fehlen dir die Basics, wird es schwer, komplexere Inhalte wirklich zu verstehen. Falls es empfohlene Lektüre oder Unterlagen gibt, lies diese vorab und notiere dir Fragen, die du in der Vorlesung klären kannst. 

 

Wer von Anfang an mitarbeitet, schafft die beste Basis für effektives Nachbereiten von Vorlesungen. Denn: Wir lernen durch Wiederholung – und zwar in kurzen, regelmäßigen Abständen. 

Notizen während der Vorlesung lohnen sich

Deine Mitschrift ist die wichtigste Grundlage, wenn du später eine Zusammenfassung der Vorlesung erstellst oder Lernmaterialien anfertigst. Notiere nicht einfach den kompletten Inhalt der gezeigten Folien. Achte auf Beispiele und Zusatzinfos, die der oder die Dozent*in nur mündlich gibt. Schreib dir auch direkt deine eigenen Gedanken, Learnings und Eselsbrücken auf.  

 

Unser Tipp: In deiner Mitschrift sollten nicht nur die gesammelten Antworten, sondern auch die gestellten Fragen und Aufgaben Platz finden. Sie können Hinweise für die Klausur liefern. 

Tipps für deine Mitschrift während einer Vorlesung

Während der Vorlesung gibt es ein paar Tipps, die du beim Mitschreiben beherzigen kannst: 

  •  Stift und Papier sind eine gute Wahl für Notizen. Der Grund dafür: Handschriftlich behalten wir Inhalte oft besser im Kopf.  
  • Wer sich für einen Laptop entscheidet, kommt schneller hinterher und geht sicher, dass die eigenen Notizen leicht zu entziffern sind. Hier musst du entscheiden, welche Variante für dich sinnvoller ist. 

  • Schreibe in Stichpunkten, anstatt Sätze auszuformulieren. Das erspart Zeit und du filterst nur das Wesentliche heraus. 

  • Symbole, Farben und Abkürzungen erleichtern den Überblick. Nutze zum Beispiel Pfeile, Ausrufezeichen oder farbliche Hervorhebungen. Abkürzungen wie „z. B.“ kennt jeder, aber du kannst auch neue Kürzel verwenden. Hauptsache, du verstehst, was gemeint ist. 

  • Tafelbilder kannst du in der Regel fotografieren, um aktiv zuzuhören. Aber du solltest die Fotos direkt im Anschluss an die Vorlesung strukturiert digital ablegen oder für deine Lernmaterialien abschreiben.  

Strukturierte Notizen mit der Cornell-Methode

Wenn die Vorlesung startet, solltest du bereit sein: Nimm dir ein leeres Blatt zur Hand oder öffne ein leeres Dokument. Bevor es losgeht, hältst du alle Eckdaten wie Modulname, Datum und Thema fest. So schaffst du Ordnung und kannst deine Notizen im Nachhinein leicht zuordnen.  
 
Leider ist das noch keine Garantie für eine übersichtliche Mitschrift. Wer oft mit neidischem Blick auf die ordentlichen Notizen der Kommiliton*innen linst, dem hilft vielleicht die Cornell-Methode weiter. Du kannst sie bei handschriftlichen Mitschriften nutzen, um deine Notizen klar zu strukturieren und Informationen leichter zu selektieren. Dazu befolgst du die folgenden Schritte: 

  1. Trenne links mit einem senkrechten Schritt eine Spalte ab, die ca. ein Viertel der gesamten Breite ausmacht. Hier kannst du dir wichtige Schlüsselbegriffe, Stichworte, Fragen oder Symbole notieren. Sie helfen dir, auch im Nachhinein den Überblick zu behalten und schnell die gewünschten Informationen zu finden. 
  1. Auf der rechten Seite kannst du dann passend dazu die relevanten Stichpunkte und Erklärungen notieren. 

  1. Am Ende einer Seite oder eines Unterpunktes folgt dann ein waagerechter Strich, mit dem du die Notizen von der folgenden, kurzen Zusammenfassung des Themas optisch abtrennst.  

Vorlesungen nachbereiten: 5 Tipps für mehr Effizienz

Vorlesungen nachzubereiten, bedeutet nicht nur, dass du dir erneut die gezeigten Folien oder das Skript durchliest. Die Nachbereitung erfüllt den Zweck, dass du die neuen Inhalte vollständig verstehst. Dazu musst du dich intensiv damit auseinandersetzen. Zum Beispiel, indem du eine Zusammenfassung der Vorlesung selbst erstellst, entsprechende Lernmaterialien vorbereitest oder Übungsaufgaben löst. Wir haben vier Tipps für dich, wie du dabei effizient und effektiv vorgehst. 

Vorlesungen nachbereiten

Abbildung 1: 5 Tipps, um Vorlesungen effizient und effektiv nachzubereiten (eigene Darstellung)

Schiebe die Nachbereitung der Vorlesung nicht auf

Der wichtigste Tipp gleich vorweg: Warte nicht zu lange! Am effektivsten ist es, wenn du dich innerhalb von 24 Stunden nach der Vorlesung erneut mit dem Stoff beschäftigst. In dieser Zeit sind die Inhalte noch frisch im Kopf, und du kannst offene Fragen direkt in der nächsten Sitzung, per E-Mail oder in der Sprechstunde mit deinem Prof klären. 

Je länger du wartest, desto größer wird die Hürde und desto mehr Zeit brauchst du später, um dich wieder einzuarbeiten. Entwickle deshalb von Anfang an eine feste Routine und trage dir am besten ein Zeitfenster für die Nachbereitung in deinem Kalender ein.  

Leider sind gute Vorsätze nicht immer auf Dauer standhaft. Andauernde Motivation ist nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine mentale Frage. Bleib dran, auch wenn es manchmal mühsam und nervig ist. Mit einer guten Zeitplanung wird dir Nachbereitung schnell zur Gewohnheit. 

Schaffe eine Grundstruktur für die Nachbereitung

Damit der faule Hund in dir gar nicht erst zu Wort kommt, heißt das Motto hier ganz eindeutig: Einfach anfangen – aber mit Plan. Eine gewisse Struktur gibt dir Sicherheit und spart Zeit. Starte mit ein paar Leitfragen, um dir einen Überblick zu verschaffen: 

  •  Was war das Hauptthema der Vorlesung? 
  • Welche Unterthemen wurden behandelt? 

  • Welche neuen Definitionen oder Fachbegriffe kamen vor? 

  • Welche Beispiele oder Fallstudien wurden genannt? 

Aus diesen Antworten kannst du beispielsweise im ersten Schritt eine Mindmap oder ein Diagramm erstellen. Das hilft dir, Zusammenhänge zu erkennen und den Stoff klar zu gliedern. Die visuelle Darstellung wirkt wie ein roter Faden, an dem du dich beim weiteren Lernen orientieren kannst. 

Arbeite die wesentlichen Kernaussagen heraus

Sichte im nächsten Schritt alle Materialien wie Folien, Skripte und deine Mitschrift. Ziel ist nicht, die Inhalte wortwörtlich zu kopieren, sondern die wichtigsten Inhalte herauszufiltern. Markiere Schlüsselbegriffe, zentrale Thesen und anschauliche Beispiele. 

Deine Mitschrift ist hier Gold wert, denn im Idealfall enthält sie zusätzliche Erklärungen, die im offiziellen Material nicht zu finden sind. Damit stellst du sicher, dass du die Inhalte nicht nur oberflächlich kennst, sondern ihre Bedeutung wirklich verstehst.

Übersetze die Inhalte in deine eigenen Worte

Wenn du die Informationen so umformulierst, dass sie für dich verständlich und greifbar sind, vertiefst du dein Wissen enorm. Dieser Prozess zwingt dich, den Stoff aktiv zu durchdenken und Zusammenhänge zu begreifen. 

Eine Faustregel aus der Lernpsychologie lautet: Du hast etwas wirklich verstanden, wenn du es jemand anderem erklären kannst. Am besten so, dass auch Fachfremde es nachvollziehen können. Teste dich selbst, indem du komplexe Inhalte einfach erklärst oder laut zusammenfasst. Das ist einer der wirksamsten Wege, Wissen langfristig zu verankern. 

Erstelle direkt Lernmaterialien

Warte nicht bis kurz vor der Prüfung, um mit Zusammenfassungen und Karteikarten zu starten. Beginne schon im Rahmen der Nachbereitung damit, dein Lernmaterial aufzubauen und wiederhole es in kurzen, regelmäßigen Einheiten. 

Kurz vor der Klausurenphase wird meist der Prüfungsstoff eingegrenzt. Wenn du schon vorbereitet bist, musst du dann nur noch dein Material anpassen und Überflüssiges aussortieren, anstatt alles neu zu erstellen. 

Vorlesungen nachzubereiten, erleichtert die Prüfungsvorbereitung

Die Nachbereitung von Vorlesungen ist ein echter Gamechanger: Du stellst sicher, dass Verständnislücken sofort auffallen und grundlegende Fragen nicht erst kurz vor der Klausur auftauchen. Außerdem verteilst du die Lernlast gleichmäßig über das Semester und der große Stoffberg am Ende bleibt aus. 

Zeitnahe Wiederholungen sind die effektivste Methode, um Wissen langfristig zu behalten. Für eine optimale Prüfungsvorbereitung lohnt es sich zudem, deinen eigenen Lerntyp zu analysieren und die beste Lernstrategie für dich zu finden. So kannst du die Nachbereitung noch gezielter auf deine Stärken abstimmen und mit weniger Aufwand mehr erreichen.  

Fazit: Vorlesungen nachbereiten – dein Schlüssel zu weniger Stress und besseren Noten

Vorlesungen nachbereiten ist eine Investition in dich selbst – in dein Verständnis, deine Selbstorganisation und letztlich auch in deine Freizeit. Wer die Inhalte zeitnah wiederholt, schafft eine stabile Wissensbasis, auf der das gesamte Semester aufbauen kann. Lücken werden sofort erkannt, statt sich unbemerkt zu vergrößern, und die Angst vor der Prüfungsphase weicht einem sicheren Gefühl der Vorbereitung. 

Mit einer festen Routine und klarer Struktur wird die Nachbereitung schnell zu einer Gewohnheit, die dir langfristig jede Menge Nerven spart. Du gehst entspannter durchs Semester, kannst den Stoff wirklich durchdringen und behältst jederzeit den Überblick. Das bedeutet: weniger Überforderung, mehr Lernerfolg und am Ende nicht nur bessere Noten, sondern auch mehr Zeit für das, was dir neben dem Studium wichtig ist. 

FAQ zu Vorlesungen nachbereiten

Wie lange sollte es dauern, eine Vorlesung nachzubereiten?

Prinzipiell solltest du dir so viel Zeit nehmen, wie nötig ist, um die Inhalte vollständig zu verstehen. Dennoch ist es sinnvoll, dir konkrete Ziele zu setzen. Zum Beispiel: Für die Zusammenfassung der Vorlesung möchtest du nur halb so lange brauchen, wie die Vorlesung gedauert hat. Die Erstellung der Karteikarten für eine Vorlesung soll maximal 30 Minuten beanspruchen.  

Ist es erlaubt, Vorlesungen aufzunehmen?

Du solltest Vorlesungen nicht Wort für Wort protokollieren. Wichtig ist, dass du das Wesentliche herausfilterst und nicht die gezeigten Folien kopierst. Wenn du die Vorlesung nachbereitest, ist genug Zeit, um fehlende Informationen abzugleichen und in deine Zusammenfassung einfließen zu lassen. 

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