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Praxiserfahrungen im Lehramtsstudium mit Nebenjobs sammeln

Als angehende Lehrkraft bereitest du dich auf einen Beruf vor, der nicht nur fachlich anspruchsvoll, sondern auch pädagogisch und gesellschaftlich hoch verantwortungsvoll ist. Du begleitest Kinder und Jugendliche in zentralen Entwicklungsphasen und trägst aktiv zur Bildungs- und Chancengerechtigkeit bei. Gleichzeitig stellt das Studium viele vor eine ganz praktische Herausforderung: die Finanzierung des Studienalltags. 

Ein Nebenjob kann hier mehr sein als eine reine Einkommensquelle. Wenn er einen Bezug zum Lehramtsstudium hat, lassen sich Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verbinden – du schlägst also tatsächlich zwei Fliegen mit einer Klappe. In diesem Beitrag erfährst du, welche praxisnahen Nebenjobs sich besonders eignen, welche rechtlichen und zeitlichen Aspekte zu beachten sind und welche Chancen und Grenzen solche Tätigkeiten mit sich bringen. 

Praxiserfahrungen im Lehramtsstudium mit Nebenjobs sammeln

Finanziell unabhängig mit Nebenjob

Miete, Semesterbeitrag, Krankenversicherung und Lebenshaltungskosten – die Fixkosten im Studium sind nicht zu unterschätzen. Wer keine oder nur geringe finanzielle Unterstützung durch die Familie erhält, muss frühzeitig eigene Lösungen finden. Neben BAföG, Stipendien oder Studienkrediten ist ein Nebenjob für viele Studierende unverzichtbar. 

 

Ein Nebenjob mit pädagogischem Bezug bietet dabei einen besonderen Mehrwert: Du verbesserst nicht nur deine finanzielle Situation, sondern sammelst zugleich Erfahrungen, die für Studium, Vorbereitungsdienst und späteren Berufseinstieg relevant sind. 

 

Dabei solltest du folgende Rahmenbedingungen unbedingt im Blick behalten: 

 

Arbeitszeit und Krankenversicherung

Während der Vorlesungszeit gilt in der Regel eine Arbeitszeitbegrenzung von maximal 20 Stunden pro Woche, damit du deinen Studierendenstatus behältst und weiterhin über die studentische Krankenversicherung versichert bist (sonst kann eine reguläre Versicherungspflicht eintreten).

In den vorlesungsfreien Zeiten darfst du auch mehr arbeiten, ohne den Werkstudentenstatus zu verlieren, solange es zeitlich befristet ist (in der Regel max. 26 Wochen oder 20 h/Woche-Wochenregel). Am besten informierst du dich hierzu direkt bei der zuständigen Stelle an deiner Hochschule.

Wenn du gesetzlich versichert bist und noch über die Eltern familienversichert bist, muss dein regelmäßiges monatliches Einkommen unter 603 € liegen, damit der Familienversicherungsstatus erhalten bleibt. Überschreitest du diese Grenze regelmäßig, wirst du selbst krankenversicherungspflichtig. 

 

BAföG und Nebenjob – offizielle Regelungen

Studierende können seit dem Wintersemester 2024/2025 eigenes Einkommen bis zur jeweiligen Minijobgrenze anrechnungsfrei erzielen. Maßgeblich ist dabei der Gesamtbetrag einschließlich der Werbungskosten- und Sozialpauschalen.

Zum 1. Januar 2026 erhöht sich dieser anrechnungsfreie Hinzuverdienst entsprechend der dann geltenden Minijobgrenze auf 603 Euro monatlich (entspricht € 7.236 jährlich).  Für 2026 steigt der steuerliche Grundfreibetrag für alle, also auch Studierende, auf € 12.348, was bedeutet, dass im Rahmen einer Freiberuflichkeit bis zu diesem Betrag keine Einkommensteuer gezahlt werden muss. 

Wichtig

Diese Regeln gelten unabhängig davon, ob du im Lehramtsstudium bist oder in einem anderen Studiengang – sie sind allgemeine BAföG-Vorschriften. Entsprechende Bestimmungen findest du direkt auf den offiziellen BAföG-Seiten des Bundesministeriums bzw. der zuständigen BAföG-Ämter. 

Nebenjobs mit Lehrtätigkeit

Du bist auf der Suche nach einem Nebenjob, weißt aber nicht so recht, was es genau werden soll? Kein Problem: Wir wollen dich inspirieren und stellen dir drei Möglichkeiten vor, wie du während des Lehramtsstudiums Geld verdienen und gleichzeitig wichtige Kompetenzen erlernen kannst. Zudem erfährst du, wie du am besten bei der Suche nach einem Nebenjob vorgehst.

Praxiserfahrungen im Lehramtsstudium mit Nebenjobs sammeln
Abbildung 1: Drei Nebenjobs für Lehramtsstudierende mit Praxisbezug
Unser Tipp:

Die Ausbildung zur Lehrkraft ist in Deutschland genau geregelt und es gibt kein duales Lehramtsstudium. Wem es wichtig ist, gleich von Anfang an einen Einblick in die Praxis zu werfen, muss nicht gleich den Sand in den Kopf stecken. Auch ohne mehrere Semester im Studium kann es gelingen, in einer Schule Fuß zu fassen und hilfreiche Erfahrungen zu sammeln. Referendarin Jessy schildert in einem Erfahrungsbericht, wie ihr das gelungen ist.

Nachhilfelehrkraft

Als Nachhilfelehrkraft kannst du individuell auf einzelne Schüler*innen eingehen. Du hilfst ihnen bei den Hausaufgaben, bereitest sie auf Prüfungen vor und wiederholst mit ihnen Inhalte aus dem Unterricht. Wichtig ist, dass du geduldig und empathisch bist, um die jeweiligen Verständnisprobleme zu klären. Zudem solltest du in der Lage sein, komplizierte Dinge einfach zu erklären, und deinen Schützling zu motivieren, am Ball zu bleiben.

 

Um als Nachhilfelehrkraft durchzustarten, stehen dir drei mögliche Wege zur Auswahl:

 

  • Grundlegend kannst du privaten Nachhilfeunterricht anbieten und dich selbst um Schüler*innen kümmern, denen du Nachhilfe geben kannst. Dafür musst du aber selbstständig tätig sein und eine Steuererklärung abgeben.
  • Alternativ kannst du im Rahmen eines Minijobs bei einer Nachhilfeplattform Damit hast du ein regelmäßiges Einkommen, aber eben nur €603 pro Monat.
  • Außerdem besteht die Option, als Angestellte*r bei einem Nachhilfeinstitut tätig zu sein. Damit verdienst du pro Stunde zwar meist weniger, als wenn du privat unterrichtest, aber du hast weniger bürokratischen Aufwand und ein monatliches Einkommen.
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Hier kannst du dich bewerben.

Vertretungslehrkraft

Als Vertretungs- oder auch Aushilfslehrkraft wirst du für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt, wenn die eigentliche Lehrkraft aufgrund von Elternzeit oder einer langfristigen Erkrankung ausfällt. In manchen Fällen wird man auch kurzfristig eingesetzt, um spontan für eine ausgefallene Lehrkraft einzuspringen.

 

Je nach Bundesland sind die Voraussetzungen für die Arbeit als Aushilfslehrkraft unterschiedlich, aber im Endeffekt entscheidet die Schulleitung, wer die Vertretung übernimmt. Auch als Student*in kannst du dich auf die Stelle bewerben. Jedoch solltest du dir sicher sein, dass du die Verantwortung für eine normale Unterrichtsstunde tragen kannst. Oft ist eine Stelle als Vertretungslehrkraft insbesondere für Studierende in höheren Fachsemestern empfehlenswert.

 

Ausgeschriebene Stellen findest du über die jeweiligen Online-Portale der Bundesländer. Du kannst dich entweder online bewerben, oder die Schule deiner Wahl direkt kontaktieren. Daraufhin folgt der typische Bewerbungsprozess.

Betreuungskraft

An Ganztagsschulen kannst du Schüler*innen am Mittag oder Nachmittag betreuen. Die Aufgaben können dabei stark variieren: Von der Hausaufgabenbetreuung, über Unterstützung in der Kantine bis hin zur Betreuung von Sport- und Pausenangeboten ist alles dabei.

Um dich als Betreuungskraft zu bewerben, kannst du direkt bei einer Schule nachfragen, wer Ansprechpartner*in dafür ist, ob überhaupt Bedarf besteht und welche Aufgaben zu erfüllen sind. Allgemein hast du die Möglichkeit, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. In der Regel gibt es keine Voraussetzungen für die Bewerbung um eine Stelle als Betreuungskraft.

Vor- und Nachteile von Nebenjobs für angehende Lehrkräfte

Neben den aufgezählten Nebenjobs gibt es natürlich noch die typischen Studierendenjobs im Gastro-Bereich, als Werkstudent*in oder als Promoter*in. Bei diesen Nebenjobs lehrst du vielleicht nicht, aber du kannst trotzdem wichtige Kompetenzen erlernen. Dazu gehören beispielsweise mehr Verantwortungsbewusstsein, Stressresistenz und ein größeres Selbstbewusstsein.

Nichtsdestotrotz bringen Nebenjobs mit Lehrtätigkeit große Vorteile mit sich. Obwohl das Lehramtsstudium einige Praxisphasen beinhaltet, fühlt sich das Referendariat oft wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Wenn du bereits im Studium einen Nebenjob hast, bei dem du dich als Lehrkraft ausprobieren kannst, können diese Erfahrungen hilfreich sein.

Im Großen und Ganzen haben Nebenjobs aber nicht nur Vorteile. Bei deiner Entscheidung solltest du die folgenden Vor- und Nachteile berücksichtigen.

 

Vorteile eines Nebenjobs mit Praxisbezug

  • Zusätzliches Einkommen
  • Wertvolle Erfahrungen
  • Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen und zu verbessern

 

Nachteile eines Nebenjobs mit Praxisbezug

  • Weniger Zeit, um dich auf das Studium zu konzentrieren
  • Steuerfreibetrag sollte nicht überschritten werden
  • Gegebenenfalls Einfluss auf den Krankenversicherungsbeitrag und die Höhe der BAföG-Zuwendungen

Fazit: Sammle mit einem Nebenjob im Lehramtsstudium wertvolle Erfahrungen

Ein Nebenjob im Studium ist eine einmalige Gelegenheit: Damit kannst du nicht nur Geld verdienen, sondern gleichzeitig wertvolle Kompetenzen erwerben. Vor allem ein Nebenjob mit Lehrtätigkeit bringt dich dabei auch in deinem Studium voran. Du kannst deine Fähigkeiten als Lehrer*in verbessern und dich so auf dein Referendariat vorbereiten. Egal ob als Nachhilfelehrkraft, Vertretungslehrkraft oder Betreuungskraft – die Erfahrungen, die du sammeln wirst, werden dir den Berufseinstieg erleichtern und sind die Zeit im Studium mehr als wert.

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