So kannst du mit lästigen Unterrichtsstörungen umgehen

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Egal ob das Piepen eines Smartphones, plötzliches Nasenbluten oder einfach nur das altbekannte Tuscheln: Unterrichtsstörungen könnten kaum unterschiedlicher sein. Zugegeben, sie gehören zum Schulalltag dazu und ergeben sich oft unverhofft. Das kann während einer sorgfältig geplanten Unterrichtsstunde aber trotzdem nervig sein. Die Kunst ist, zu wissen, wie du richtig mit Unterrichtsstörungen umgehst. Wir zeigen dir hier, warum du dich nicht über Unterrichtsstörungen ärgern solltest und wie du kompetent auf sie reagierst.

So kannst du mit lästigen Unterrichtsstörungen umgehen

Unterrichtsstörungen sind vielseitig

Unterrichtsstörungen sind nicht nur belastend für die Nerven. Viel gravierender ist, dass sie sich auf die Qualität des Unterrichts auswirken. Während die Aufmerksamkeit deiner Schüler*innen eigentlich dem Lernstoff gewidmet sein sollte, lenken Unterrichtsstörungen sie schnell vom Wesentlichen ab. Je nachdem, wie intensiv die Störung ist, kann es schwer sein, den Unterricht wieder in den Mittelpunkt der Stunde zu rücken.

Es gibt unterschiedliche Arten von Unterrichtsstörungen:

  • Verbale Unterrichtsstörungen sind beispielsweise Gespräche unter Schüler*innen oder wiederholte Zwischenrufe.
  • Bestimmte Verhaltensweisen der Schüler*innen können auch ablenkend sein – zum Beispiel, wenn sie zu spät kommen, ihr Smartphone unerlaubt verwenden oder ihre Sachen vor Unterrichtsende zusammenpacken.
  • Wenn die Gedanken deiner Schüler*innen abschweifen, sind sie unaufmerksam. Das kann den Unterrichtsfluss stören.
  • Aggressives Verhalten reicht von kleinen Streitereien bis hin zu ernsten Auseinandersetzungen.
  • Mangelnde Lernbereitschaft einzelner Schüler*innen kann sich negativ auf das Lernklima auswirken.
  • Verstöße gegen die Schul- oder Klassenregeln sind ebenfalls störend.

Mögliche Ursachen für Unterrichtsstörungen

Es wird viele Situationen geben, in denen du niemals herausfinden wirst, was die Ursache für eine Störung war. Zudem sind Unterrichtsstörungen so vielseitig, dass du dich als Lehrkraft niemals auf jedes mögliche Szenario vorbereiten kannst.

Dennoch kann es hilfreich sein, die Gründe für Unterrichtsstörungen zu verstehen, um angemessen zu handeln. Mögliche Ursachen können beispielsweise sein:

  • Egal ob Nachrichten oder Unterhaltungsmedien: Mit einem Smartphone ist die nächste Ablenkung nur einen Handgriff entfernt.
  • Zu wenig Bewegung oder fehlender Schlaf können die Konzentration deiner Schüler*innen beeinträchtigen.
  • Streitigkeiten oder sogar Mobbing unter Schüler*innen machen vorm Unterricht keinen Halt.
  • Probleme zu Hause oder im Freundeskreis, sowie Identitätsprobleme in der Pubertät können das Verhalten deiner Schüler*innen im Unterricht beeinflussen.
  • Fehlende Motivation für die Unterrichtsbeteiligung kann auch damit zusammenhängen, ob die Schüler*innen über- oder unterfordert sind.

Unser Tipp: Je nachdem, wie auffällig das Verhalten einzelner Schüler*innen ist, solltest du darüber nachdenken, das Gespräch mit der Person und/oder den Eltern zu suchen.

Tipps zum Umgang mit Unterrichtsstörungen

Ärgere dich nicht, wenn du die Kontrolle über den Unterricht verlierst und nimm unangebrachtes Verhalten deiner Schüler*innen nicht persönlich. Wir sind alle nur Menschen und jeder kann mal einen schlechten Tag haben – auch deine Schüler*innen. Freunde dich mit der Ungewissheit an und vertraue darauf, dass du das Wissen und Können hast, um mit einer unvorhersehbaren Unterrichtsstörung kompetent umzugehen. Damit dir das gelingt, haben wir hier ein paar Tipps für dich.

4 Tipps für den Umgang mit Unterrichtsstörungen
Abbildung 1: 4 Tipps für den Umgang mit Unterrichtsstörungen

Unterricht gut vorbereiten

Obwohl Unterrichtsstörungen meist unvermeidbar sind, kann Prävention trotzdem Abhilfe schaffen. Das betrifft zum einen deine Unterrichtsplanung. Wenn du alle Schüler*innen mitnimmst und du sie mit beispielsweise kreativen Methoden zur Teilnahme motivierst, ist gibt es weniger Raum für Ablenkung. Wenn du merkst, dass deine Schüler*innen unaufmerksam sind, setze lieber auf eine Wiederholung, anstatt ein neues Thema anzuschneiden.

Zum anderen sollte dein Unterricht fließend sein: Plane Übergänge so, dass keine Wartezeiten entstehen. Bereite Arbeitsmaterialien sorgfältig vor, um Fragen und Verwirrung zu vermeiden. Wenn du technische Geräte einsetzen möchtest, teste sie bereits vor Unterrichtsbeginn.

Konsequenzen für Unterrichtsstörungen sind klar

Es sollte eigentlich klar sein, dass das Smartphone im Unterricht tabu ist. In der Realität ist das jedoch keine verlässliche Garantie für vorbildliches Verhalten. Du solltest stattdessen klare Regeln einführen, was im Unterricht erlaubt ist und was nicht. Am besten bindest du deine Klasse aktiv ein, damit die Regeln von allen geachtet werden.

Diese Klassenregeln kannst du gut sichtbar auf einem Plakat im Raum aufhängen. Wenn jemand eine Regel verstößt, reicht oft schon ein Verweis auf diese Regeln aus, um die Person zu ermahnen. Wenn das nicht funktioniert, kannst du andere Maßnahmen heranziehen: Setze beispielsweise Schüler*innen, die ununterbrochen für Unruhe sorgen, auseinander. In manchen Fällen kann auch Nachsitzen angebracht sein.

Die Strafen für unangemessenes Verhalten sollten deinen Schüler*innen bekannt sein. Versuche jedoch, die Situation neutral zu bewerten und so eine angemessene Bestrafung auszuwählen.

Unser Tipp: Ein gutes Classroom Management hilft dabei, Unterrichtsstörungen zu vermeiden. Damit kannst du Ablenkungen im Unterricht reduzieren und die Schüler*innen mit in die Verantwortung nehmen, um eine produktive Lernatmosphäre zu schaffen.

Perspektive wechseln

Eine veränderte Perspektive kann dabei helfen, das Verhalten deiner Schüler*innen anders zu bewerten. Anstatt dir ihr Verhalten zu Herzen zu nehmen, kannst du die Situation so vielleicht gelassener hinnehmen.

Versetz dich dazu in die Rolle deiner Schüler*innen: War ihr Verhalten wirklich so schlimm? War es für sie nicht möglich, länger stillzusitzen? Sind sie mit ihren Gedanken einfach abgeschweift? Konnten sie den Lachanfall nicht mehr unterdrücken? Egal ob aus deiner eigenen Schulzeit oder deinem Privatleben: Viele Situationen kommen dir bestimmt bekannt vor.

Verbale und nonverbale Kommunikation zielgerichtet einsetzen

Deine Körpersprache und deine Stimme sind Werkzeuge, die du nutzen kannst, um Autorität auszustrahlen und um auf Unterrichtsstörungen zu reagieren. Deine Reaktion ist maßgeblich, um Störungen schnell zu unterbinden oder sogar aufzulösen.

Allgemein solltest du dich immer fragen, ob es wirklich notwendig ist, einzugreifen, oder ob sich eine kleine Unterrichtsstörung von allein verschwindet. Es kann sinnvoll sein, keine große Sache daraus zu machen. Wenn du einer Störung unnötig viel Raum gibst, kann dich das wertvolle Unterrichtszeit kosten.

Falls eine Reaktion unvermeidbar ist, bleib ruhig und verbindlich. Zeige deinen Schüler*innen, dass du sie ernst nimmst, aber dass der Unterricht Priorität hat. Baue dazu Blickkontakt mit ihnen auf, werde nicht laut und sprich respektvoll mit ihnen. Begegne deinen Schüler*innen auf Augenhöhe, anstatt direkt eine Drohung auszusprechen.

Ich-Botschaften und klare Ansagen mit begrenzten Wahlmöglichkeiten sorgen für mehr Verständnis und Verbindlichkeit.

Unser Tipp: Kommt es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen oder anderen brenzlichen Situationen, setze vor allem auf Deeskalation. Nimm die betroffenen Schüler*innen beiseite, um sachlich mit ihnen über ihr Verhalten zu sprechen. Weitere Tipps für den Umgang mit verhaltensauffälligen Schüler*innen haben wir hier für dich gesammelt.

Fazit: Prävention hilft gegen Unterrichtsstörungen

Unterrichtsstörungen sind ein ständiger Begleiter von Lehrkräften und meist nicht vorhersehbar. Während du einige Auslöser wie schlechten Schlaf oder ein zu volles Freizeitprogramm kaum beeinflussen kannst, gibt es trotzdem ein paar Dinge, um Unterrichtsstörungen zu reduzieren oder sie schnell zu unterbinden. Generell solltest du vorausschauend handeln und angemessen reagieren. Dabei helfen dir ein gut strukturierter, flüssiger Unterricht, klare Regeln im Klassenzimmer sowie eine respektvolle, aber verbindliche Kommunikation mit deinen Schüler*innen. Falls das nicht ausreicht, kannst du deine Schüler*innen direkt für ihr Verhalten zur Rechenschaft ziehen oder das Gespräch abseits des Unterrichts suchen.

Quellen

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