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6 Methoden für die Ergebnissicherung im Unterricht

Die Ergebnissicherung gehört in jede Unterrichtsstunde. Sie sorgt dafür, dass deine Schüler*innen im Kopf behalten, was sie Neues gelernt haben. Gleichzeitig dokumentiert und vertieft ihr die Lerninhalte. Um die Inhalte am Ende der Stunde zu wiederholen, kannst du unterschiedliche Methoden nutzen. Deine Wahl sollte aber zur Unterrichtsgestaltung und zu deiner Lerngruppe passen. Wir zeigen dir hier, warum die Ergebnissicherung so wichtig ist und welche Methoden du dafür nutzen kannst.

Schüler und Lehrkraft vor Tafel

Ende gut, alles gut: Ergebnissicherung im Unterricht

Besonders im Referendariat ist die Unterrichtsplanung oft noch überfordernd. Während viele erst mal über den perfekten Unterrichtseinstieg nachdenken, ist die Ergebnissicherung am Ende der Unterrichtsstunde erst mal zweitrangig. Dabei hat diese Abschlussphase einen genauso wichtigen Stellenwert.

Die Ergebnissicherung, auch Sicherungsphase genannt, gibt dir wichtige Hinweise auf den Lernerfolg deiner Schüler*innen und hilft dabei, das Gelernte zu festigen.

In der Ergebnissicherung wiederholt ihr die erarbeiteten Unterrichtsinhalte. Das hat einige Vorteile:

  • Die Schüler*innen festigen das neu erworbene Wissen.
  • Ihr dokumentiert die wichtigsten Informationen, was eine super Grundlage zum Wiederholen oder Lernen für die nächste Klausur ist.
  • Du kannst leicht erkennen, ob ihr das Unterrichtsziel erreicht habt oder wo es noch Unsicherheiten gibt.
  • Die Schüler*innen können ihren eigenen Lernprozess reflektieren und gezielter an Wissenslücken arbeiten.

Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehlen wir dir den Blog-Artikel von Bob Blume, in dem er auf die Durchführung und Arten von Sicherungsphasen eingeht.

6 Methoden für die Ergebnissicherung

Ganz klassisch ist die gemeinsame Ergebnissicherung an der Tafel und die Schüler*innen schreiben in ihren Heften mit. Es gibt aber viel mehr Möglichkeiten, die abhängig von den Unterrichtszielen und dem Thema passend sein können.

Wir haben sechs Methoden für die Ergebnissicherung, die du direkt ausprobieren kannst:

  • Exit-Tickets
  • Plakate
  • Videos
  • Laufzettel
  • Partner-Interview
  • Quiz

Exit-Tickets

Eine Methode, die wenig Vorbereitung und kaum Zeit kostet? Exit-Tickets. Obendrauf liefern sie dir direkt Feedback, wie viel deine Schüler*innen aus dem Unterricht mitgenommen haben.

Die kreative Lernmethode ergänzt die klassische Ergebnissicherung optimal. Sie hilft dir nicht nur bei deiner Unterrichtsreflexion, sondern gibt auch deinen Schüler*innen die Chance, ihren Lernbedarf einzuschätzen.

Exit-Tickets sind kleine Zettel, auf denen du mehrere Fragen zum erarbeiteten Wissen aus der Stunde stellst. Das kann das Bearbeiten einer Mathe-Aufgabe sein oder die Nennung von neuen Vokabeln in Englisch.

So gehst du vor:

  1. Eine oder mehrere Fragen für alle Schüler*innen festlegen.
  2. Die wesentlichen Ergebnisse gemeinsam sichern.
  3. Die Schüler*innen bekommen fünf bis zehn Minuten Zeit, um die Fragen schriftlich zu beantworten.
  4. Exit-Tickets einsammeln oder beim Verlassen des Raumes zum Pult bringen lassen.
  5. Werte die Antworten aus.

Du kannst entscheiden, ob deine Schüler*innen die Exit Tickets anonym oder mit Namen abgeben. Letzteres hat natürlich den Vorteil, dass du ihnen konkretes Feedback oder sogar eine Bewertung geben kannst.

Unser Tipp: In unseren Downloadables unter Ausgabematerial finden Fit4Ref-Mitglieder eine kostenlose Vorlage für Exit-Tickets. Einfach herunterladen und direkt einsetzen!

Beispiel für die Ergebnissicherung mit dem Exit-Ticket

Abbildung 1: Beispiel für die Ergebnissicherung mit dem Exit-Ticket (eigene Darstellung)

Plakate

Eine weitere Möglichkeit ist die Erstellung von Plakaten. Diese schüleraktivierende Ergebnissicherung führst du am besten in Gruppen durch. Die Schüler*innen überlegen sich dann gemeinsam ein Konzept, um die erarbeiteten Inhalte sinnvoll und übersichtlich darzustellen.

So entstehen Merkblätter, die alle relevanten Informationen bündeln. Gut sichtbar im Klassenzimmer aufgehangen, können sie für die folgenden Unterrichtsstunden eine wertvolle Hilfe sein.

Die Umsetzung gelingt so:

  1. Erarbeite die Inhalte gemeinsam mit den Schüler*innen.
  2. In der Sicherungsphase bilden die Schüler*innen kleine Gruppen, in denen sie die Plakate erstellen.
  3. Stelle Materialien wie DIN A3 oder DIN A2 große Blätter, verschiedene Stifte, farbiges Papier und eventuell passende Arbeitsmaterialien mit Bildern oder Fotos zur Verfügung.
  4. Dann bekommen die Schüler*innen 20 Minuten Zeit, um sich den Aufbau und Inhalte zu überlegen und umzusetzen.
  5. Anschließend bekommt jede Gruppe kurz Zeit, um ihr Plakat zu präsentieren. Im Plenum könnt ihr über die Ergebnisse sprechen.

Videos

Die Erstellung von Videos ist eine kreative, aber auch herausfordernde Methode. Oft gibt es Schüler*innen, die sich damit bereits gut auskennen. Das kannst du als Motivator nutzen und mit einem Lerneffekt verbinden, indem du deine Schüler*innen in kleinen Gruppen Videos erstellen lässt.

Sowohl die Vorbereitung als auch die Umsetzung sind aufwendig. Deshalb solltest du genügend Zeit dafür einplanen.

Um diese Methode erfolgreich einzusetzen, sollten möglichst alle Schüler*innen Spaß an der Video-Produktion haben. Überleg dir am besten vorher, ob das auf deine Klasse zutrifft.

So kannst du vorgehen:

  1. Verschaffe dir einen Überblick über alle Ressourcen, die du benötigst. In einigen Schulen gibt es zum Beispiel einen Computer-Raum oder Tablets mit Kamera, die du reservieren musst.
  2. Ein weiterer Punkt sind digitale Tools, um die Videos im Unterricht zu bearbeiten und zu schneiden. Achte darauf, dass ihre Verwendung datenschutzkonform ist und zu dem Betriebssystem der Schulgeräte passt.
  3. Suche Beispiele für Videos heraus, die du vorab mit deinen Schüler*innen besprichst. Du kannst ihnen die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, ob sie eine Slide-Show Präsentation, ein Erklärvideo oder ein Video, in dem sie selbst in die Kamera sprechen, erstellen.
  4. Dann können die Schüler*innen Gruppen bilden, in denen sie gemeinsam ein Skript und eine Storyline erarbeiten.
  5. Dann folgt die Erstellung des Videos mithilfe der ausgewählten Geräte und Tools.
  6. Zum Abschluss können alle Gruppen ihre Videos präsentieren. Im Plenum könnt ihr dazu Feedback geben.

Laufzettel

Wenn im Unterricht in Einzelarbeit oder in Gruppen verschiedene Stationen durchlaufen werden, können deine Schüler*innen die Lerninhalte eigenständig erarbeiten und ihren Fortschritt auf einem Laufzettel festhalten.

Durch dieses Vorgehen dokumentieren sie zum einen die wesentlichen Ergebnisse. Ergänzend kannst du einen Bewertungsbereich auf dem Laufzettel ergänzen, damit die Schüler*innen selbstständig reflektieren können, wie gut sie die Inhalte verinnerlicht haben.

Das kann so aussehen:

  1. Bereite die Arbeitsaufträge für das Stationenlernen vor.
  2. Richte verschiedene Stationen im Klassenzimmer ein.
  3. Teile die Laufzettel aus, damit jede*r ihren Lernfortschritt notieren kann.
  4. Sprich das Vorgehen mit deinen Schüler*innen durch, bevor sie loslegen.
  5. Nach jeder Station dokumentieren die Schüler*innen die wesentlichen Ergebnisse.
  6. Die Schüler*innen prüfen ihre Ergebnisse selbstständig mithilfe von Lösungsblättern für die Selbstkontrolle. Zusätzlich reflektieren sie, wie gut sie den neuen Inhalt verstanden haben.
  7. Optional können sich die Schüler*innen am Ende in Zweierteams zusammenfinden, um sich über ihre Erkenntnisse mithilfe von Leitfragen auszutauschen.

Unser Tipp: Stationenlernen ist eine Form des offenen Unterrichts. Damit es reibungslos läuft, solltest du den Lernprozess klar strukturieren und mit deinen Schüler*innen absprechen.

Partner-Interview

Eine weitere schüleraktivierende Methode ist das Partner-Interview. Nach einer gemeinsamen Ergebnissicherung erhalten die Schüler*innen die Möglichkeit, sich zu zweit über die neuen Inhalte auszutauschen.

Dadurch wiederholen sie die Inhalte erneut und können eigenständig reflektieren, ob sie alles verstanden haben.

Ein paar Leitfragen für das Partner-Interview sind:

  • Was ist dein größtes Learning aus der heutigen Stunde und warum?
  • Welche Dinge musst du noch üben?
  • Wie würdest du das heutige Thema jemandem erklären, der nicht im Unterricht war?

Quiz

Eine weitere Möglichkeit, die vermittelten Kompetenzen und Inhalte zu überprüfen, ist ein Quiz. Neben Fragen zu den wesentlichen Ergebnissen kannst du auch Transferleistungen einbauen. So können die Schüler*innen die neu erlernten Fähigkeiten in einem anderen Kontext anwenden und vertiefen.

Diese Schritte musst du für ein Quiz beachten:

  1. Fragen passend zur Lerneinheit und zum Lernziel festlegen. Das können offene Fragen, Multiple Choice Fragen oder ein Mix daraus sein.
  2. Ein Quiz vorbereiten, zum Beispiel mit Tools wie Kahoot oder analog mit Fragekarten, die von den Schüler*innen vorgelesen werden.
  3. Die Schüler*innen beantworten die Fragen.
  4. Eine direkte Auswertung der Antworten identifiziert Wissenslücken, die sich die Schüler*innen nochmal genauer anschauen können.
  5. Im Plenum besprecht ihr zusätzlich die falschen Antworten.

Hinweis: Während ein Quiz mit Punktevergabe den Spieltrieb weckt, können sich Lernende mit schlechten Ergebnissen auch bloßgestellt fühlen. Alternativ können die Schüler*innen ihre Antworten auch anonym im Heft aufschreiben.

Warum ist die Ergebnissicherung wichtig?

Die Ergebnissicherung hilft dir dabei, den tatsächlichen Lernstand deiner Klasse sichtbar zu machen und dein weiteres Vorgehen darauf abzustimmen. Du bekommst konkrete Hinweise darauf, ob deine Aufgabenformate, Erklärungen und Sozialformen funktionieren oder ob du Inhalte noch einmal anders aufbereiten solltest.

Besonders in Unterrichtsbesuchen kannst du mithilfe der Ergebnissicherung prüfen, ob das Lernziel erreicht wurde. Aber auch im Alltag liefert dir die Sicherungsphase wertvolle Impulse für deinen Unterricht. Sie ist der perfekte Zeitpunkt, um kurz und knapp Feedback zum Beispiel mit der Blitzlicht- oder der Fünf-Finger-Methode einzuholen.

Für deine Klasse ist sie mindestens genauso wichtig. Denn deine Schüler*innen können in der Sicherungsphase selbstständig reflektieren, was sich bereits beherrschen und wo sie noch Nachholbedarf haben. Das kann ihren individuellen Lernprozess enorm fördern.

Voraussetzung dafür ist aber eine positive Fehlerkultur im Klassenzimmer. Nur dann sehen die Lernenden ihre Fehler als Chance, und lassen sich davon nicht verunsichern. Ein gutes Classroom Management und ein wertschätzendes Klassenklima schaffen dafür die Grundlage.

Fazit: Mit guter Ergebnissicherung zu nachhaltigem Lernen

Die Ergebnissicherung ist weit mehr als ein formaler Abschluss der Unterrichtsstunde. Mit ihr stellst du sicher, dass deine Schüler*innen das neu erlernte Wissen wirklich verstanden haben.

Mit den passenden Methoden kannst du die Lernenden aktiv einbinden, ihren Lernstand sichtbar machen und ihnen helfen, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Gleichzeitig erhältst du wertvolle Rückmeldungen für deine weitere Unterrichtsplanung und kannst gezielt nachsteuern, wenn es noch Unsicherheiten gibt.

Wichtig ist, dass du die Sicherungsphase passend zur Lerngruppe, zum Unterrichtsinhalt und zu den Lernzielen planst. So schaffst du einen runden Abschluss für eine nachhaltig wirksame Unterrichtsstunde.

FAQ zur Ergebnissicherung

Was ist eine Ergebnissicherung?

Die Ergebnissicherung findet in der Regel am Ende der Unterrichtsstunde statt. Sie dient der Wiederholung, Festigung und Reflexion der darin erarbeiteten Inhalte.

Wie gestalte ich eine gute Ergebnissicherung?

Eine gute Ergebnissicherung ist an das Lernziel gekoppelt und aktivierend gestaltet, sodass alle Schüler*innen eingebunden sind. Wichtig sind außerdem eine kurze Auswertung und Raum für Rückmeldung, damit du Lernlücken erkennst und aufgreifen kannst.

Welche Methoden eignen sich für die Ergebnissicherung in Kleingruppenarbeit?

Plakate, Videos und Partner-Interviews eignen sich für Gruppenarbeiten, in denen sich die Schüler*innen die Inhalte gemeinsam erarbeiten und präsentieren. Für die Einzelarbeit kannst du Exit-Tickets, Quizze oder Stationenlernen nutzen.

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